Startups & Innovation

Finanzierung für junge Unternehmen in Europa 2026: 5 offene Fördermöglichkeiten, auf die Sie sich jetzt bewerben können

📅 August 29, 2026


Für junge Unternehmen, die 2026 in Europa nach Finanzierung suchen, besteht die größte Schwierigkeit meist nicht darin, überhaupt passende Programme zu finden. Viel schwieriger ist es zu verstehen, was sich hinter den angekündigten Fördersummen tatsächlich verbirgt.

Ein Programm kann Unterstützung von bis zu 2,5 Millionen Euro versprechen, obwohl es sich dabei nicht um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss, sondern um eine Beteiligungsfinanzierung handelt. Ein anderes Programm stellt 500.000 Euro ohne Abgabe von Unternehmensanteilen in Aussicht, allerdings nur für einen einzigen Gewinner. Bei einem europäischen Forschungsprogramm kann das durchschnittliche Projektvolumen 1,5 Millionen Euro betragen, obwohl jedes Mitglied des Konsortiums nach unterschiedlichen nationalen Regeln finanziert wird. Wieder andere Programme übernehmen lediglich einen Teil der gesamten Projektkosten.

Diese Unterschiede sind entscheidend. Wer jede Fördermöglichkeit pauschal als Zuschuss betrachtet, kann viel Zeit in einen Antrag investieren, obwohl das jeweilige Finanzierungsinstrument weder zur Unternehmensphase noch zur Eigentümerstruktur, zur technologischen Reife oder zur finanziellen Leistungsfähigkeit des Unternehmens passt.

Mit Stand vom 27. August 2026 sind mehrere bedeutende europäische und internationale Programme geöffnet, deren Fristen zwischen Ende August und Mitte September liegen. Bei einem der Programme gibt es zusätzlich noch einen weiteren Stichtag im November. Die Fördermöglichkeiten betreffen urbane Mobilität, junge wachstumsorientierte Unternehmen, internationale Forschung und Entwicklung, Gesundheitsinnovationen sowie die Kreislaufwirtschaft.

Dieser Artikel stellt fünf besonders interessante Programme vor, erläutert ihre Voraussetzungen und zeigt vor allem, was die jeweils angekündigte Fördersumme in der Praxis bedeutet.

Fünf aktuelle Finanzierungsmöglichkeiten im Spätsommer 2026

Die folgenden Programme unterscheiden sich deutlich voneinander. Sie richten sich an Unternehmen in verschiedenen Entwicklungsphasen und nutzen unterschiedliche Formen der Finanzierung.

Tabelle 1. Fünf offene Finanzierungsmöglichkeiten für junge Unternehmen in Europa 2026

Programm Verfügbare Finanzierung Art der Finanzierung Geeignet für Frist
EIT Urban Mobility Financial Support to Startups Bis zu 2,5 Millionen Euro je Unternehmen Beteiligungsfinanzierung oder beteiligungsähnliche Finanzierung mit weiteren Investoren Junge Mobilitätsunternehmen in frühen Finanzierungsphasen bis Serie A 31. August 2026, weiterer Stichtag am 16. November 2026
Slush 100 500.000 Euro für einen Gewinner Preisgeld ohne Abgabe von Unternehmensanteilen Junge Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase 7. September 2026
Eurostars Call 11 Höhe abhängig von den nationalen Förderregeln Internationale Projektförderung für Forschung und Entwicklung Innovative KMU mit internationalen Forschungspartnern 10. September 2026, 14:00 Uhr CEST
EIT Health Transformative Healthcare Instrument 300.000 bis 500.000 Euro Projektförderung mit verpflichtender Eigenfinanzierung Weiter entwickelte KMU im Gesundheitsbereich 16. September 2026
RIVCircular Cascade Funding Bis zu 600.000 Euro je Begünstigten Weitergeleitete Zuschussförderung Unternehmen und Organisationen aus der Kreislaufwirtschaft in förderfähigen Regionen 17. September 2026, 14:00 Uhr CET

EIT Urban Mobility sieht für 2026 mehrere Auswahltermine vor: 23. Februar, 18. Mai, 31. August und 16. November. Die Bewerbungsfrist für Slush 100 endet am 7. September. Eurostars Call 11 schließt am 10. September, EIT Health am 16. September und RIVCircular am 17. September.

1. EIT Urban Mobility: bis zu 2,5 Millionen Euro, aber kein klassischer Zuschuss

Das Programm Financial Support to Startups von EIT Urban Mobility gehört zu den finanziell umfangreichsten Möglichkeiten dieser Auswahl.

Es richtet sich an junge Unternehmen, die Lösungen für die urbane Mobilität entwickeln und sich in einer frühen Finanzierungsphase bis hin zur Serie A befinden. EIT Urban Mobility kann bis zu 2,5 Millionen Euro je Unternehmen bereitstellen. Für das gesamte Programm ist 2026 ein Fördervolumen von rund 14 Millionen Euro vorgesehen.

Entscheidend ist jedoch die Art der Finanzierung.

Es handelt sich nicht um einen klassischen nicht rückzahlbaren Zuschuss. EIT Urban Mobility tritt als wirkungsorientierter Investor auf und beteiligt sich an einer laufenden Finanzierungsrunde des Unternehmens. Das Programm ist deshalb vor allem für Unternehmen gedacht, die ohnehin Kapital von externen Investoren aufnehmen wollen.

EIT Urban Mobility beteiligt sich in der Regel gemeinsam mit privaten Investoren und übernimmt normalerweise nicht die Führung der Finanzierungsrunde. Die angestrebte Beteiligung liegt nach den veröffentlichten Angaben häufig bei etwa 5 bis 10 Prozent des Unternehmenskapitals. Möglich sind unter anderem eine Kapitalerhöhung oder ein wandelbares Finanzierungsinstrument.

Für Gründer ist dieser Unterschied wesentlich. Wer ausschließlich eine Finanzierung ohne Abgabe von Unternehmensanteilen sucht, dürfte mit diesem Programm trotz der hohen möglichen Summe nicht richtig beraten sein.

Welche Unternehmen kommen infrage?

Die Voraussetzungen sind vergleichsweise streng.

Das Unternehmen muss in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem mit Horizon Europe assoziierten Drittstaat niedergelassen sein. Es muss sich bereits in einer laufenden Finanzierungsrunde befinden, einen klaren Bezug zur urbanen Mobilität haben und mindestens über einen Prototyp, ein Pilotprojekt oder ein marktfähiges Mindestprodukt verfügen.

Die Unternehmensbewertung vor der Investition darf 50 Millionen Euro nicht überschreiten.

Darüber hinaus müssen Gründer und Mitglieder der Geschäftsleitung vor der laufenden Finanzierungsrunde zusammen mehr als 40 Prozent des Unternehmenskapitals halten.

Diese Regel kann für Unternehmen wichtig werden, die bereits mehrere größere Finanzierungsrunden abgeschlossen haben. Selbst wenn Technologie, Marktchancen und Umsätze überzeugend sind, kann eine zu starke Verwässerung der Gründeranteile zur Nichtzulassung führen.

Auch die Bewertungsgrenze zeigt, dass EIT Urban Mobility zwar wachstumsstarke Unternehmen sucht, aber keine bereits sehr weit entwickelten Gesellschaften mit deutlich höheren Unternehmensbewertungen.

Welche Bereiche werden unterstützt?

Gefördert werden unter anderem Lösungen für urbane Logistik, öffentliche und gemeinsam genutzte Verkehrsmittel, Mobilitätsdaten, Verkehrselektrifizierung, alternative Kraftstoffe sowie Anwendungen an der Schnittstelle zwischen Gesundheit und Mobilität.

Das Programm ist daher keine allgemeine Finanzierungsmöglichkeit für Technologieunternehmen.

Der Bezug zur urbanen Mobilität muss klar nachweisbar sein. Gefragt sind Lösungen, die etwa zur Verringerung von Emissionen und Verkehrsbelastung beitragen oder Sicherheit, Zugänglichkeit und Effizienz des städtischen Verkehrs verbessern.

Auch das Auswahlverfahren ähnelt eher einer Investitionsprüfung als einem klassischen Zuschussverfahren.

Zunächst werden strategische Passung, Innovationsgrad, Wirkung und Umsetzbarkeit bewertet. Erfolgreiche Unternehmen werden anschließend zu einer Präsentation eingeladen und einer vertieften Prüfung unterzogen. Dabei werden unter anderem Geschäftsleitung, Produkt, Markt, Finanzlage und Wachstumsaussichten untersucht.

Ein aktuelles Beispiel: NexDash

Dass die Obergrenze von 2,5 Millionen Euro tatsächlich genutzt wird, zeigt ein Beispiel aus dem Jahr 2026.

Im Juni 2026 kündigte EIT Urban Mobility eine Finanzierung von 2,5 Millionen Euro für NexDash an. Das Berliner Unternehmen entwickelt Lösungen für die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs.

EIT Urban Mobility bezeichnete die Beteiligung damals als seine bislang größte Einzelinvestition.

Die Finanzierung stand im Zusammenhang mit der Vorbereitung einer Serie-A-Runde und verdeutlicht, an welche Art von Unternehmen sich das Programm richtet: Unternehmen mit skalierbarem Geschäftsmodell, laufender Kapitalaufnahme und einer nachvollziehbaren Perspektive auf größere institutionelle Finanzierungsrunden.

Können ukrainische Unternehmen teilnehmen?

Grundsätzlich ja.

Die Ukraine gehört zu den mit Horizon Europe assoziierten Ländern. Da EIT Urban Mobility Unternehmen aus EU-Mitgliedstaaten sowie aus mit Horizon Europe assoziierten Staaten zulässt, kann ein in der Ukraine gegründetes Unternehmen die geografische Voraussetzung erfüllen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ukrainische Unternehmen automatisch zugelassen werden.

Auch sie müssen sämtliche Anforderungen an Unternehmensphase, Finanzierungsrunde, Eigentumsstruktur, Bewertung, technologische Reife und Tätigkeitsbereich erfüllen.

Für ukrainische Unternehmen im Mobilitätsbereich ist das Programm dennoch interessant, da manche andere europäische Finanzierungsinstrumente ausschließlich Unternehmen aus der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum offenstehen.

2. Slush 100: 500.000 Euro ohne Abgabe von Unternehmensanteilen, aber nur ein Gewinner

Slush 100 verfolgt ein völlig anderes Modell.

Der Gewinner erhält 500.000 Euro, ohne dafür Unternehmensanteile abgeben zu müssen. Auch eine vorgeschriebene Eigenfinanzierung gibt es nicht.

Allerdings erhält nur ein einziges Unternehmen den Hauptpreis.

Die 500.000 Euro sind deshalb keine klassische Förderung, die mehreren erfolgreichen Bewerbern ausgezahlt wird. Es handelt sich um ein Preisgeld innerhalb eines stark wettbewerbsorientierten Auswahlverfahrens.

Die Bewerbungsphase begann am 12. August 2026 und endet am 7. September 2026. Die besten 100 Unternehmen sollen am 11. September ausgewählt werden. Am 1. Oktober folgt die Auswahl der besten 20.

Die Halbfinalisten präsentieren ihre Unternehmen am 18. November während Slush in Helsinki. Drei Finalisten treten anschließend am 19. November gegeneinander an.

Wer kann teilnehmen?

Das Unternehmen muss 2023 oder später gegründet worden sein, bislang weniger als 10 Millionen Euro Kapital aufgenommen haben und sich auch zum Zeitpunkt des Finales noch in einer frühen Finanzierungsphase befinden.

Für die erste Bewerbung ist keine Eintrittskarte für Slush erforderlich.

Wer jedoch unter die besten 100 kommt, muss einen entsprechenden Teilnahmezugang für Slush 2026 erwerben, um im Wettbewerb zu bleiben.

Das Programm eignet sich damit vor allem für sehr junge, wachstumsorientierte Unternehmen, die ihre Geschäftsidee überzeugend präsentieren können und internationale Investoren ansprechen wollen.

Weniger passend ist Slush 100 für ältere Unternehmen, Firmen in späteren Finanzierungsphasen oder Gründer, die eine planbarere Fördermöglichkeit suchen.

Warum Slush auch ohne Preis interessant sein kann

Der Hauptpreis von 500.000 Euro ist zwar der sichtbarste Vorteil, doch aktuelle Daten zeigen, dass die Teilnahme auch aus anderen Gründen wertvoll sein kann.

Slush und Dealroom veröffentlichten 2026 eine Untersuchung über 2.108 europäische Unternehmen, die erstmals zwischen 2022 und 2024 an Slush teilgenommen hatten. Diese wurden mit 229.866 vergleichbaren europäischen Unternehmen verglichen.

Nach der Teilnahme konnten 26,4 Prozent der Slush-Unternehmen institutionelles Wagniskapital aufnehmen. In der Vergleichsgruppe waren es 7,5 Prozent.

Damit lag die Quote etwa 3,5-mal höher.

Bei Unternehmen, die anschließend eine entsprechende Finanzierungsrunde abschlossen, betrug das mittlere Finanzierungsvolumen 3,8 Millionen US-Dollar, verglichen mit 1,8 Millionen US-Dollar in der Vergleichsgruppe.

Außerdem hatten Unternehmen aus dem Slush-Umfeld deutlich häufiger besonders große internationale Wagniskapitalfonds unter ihren Investoren und wechselten häufiger in eine höhere Finanzierungsphase.

Diese Ergebnisse beweisen allerdings nicht, dass die Teilnahme an Slush selbst die Ursache für den späteren Erfolg war.

Auch Slush weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um einen statistischen Zusammenhang handelt. Besonders leistungsfähige und bereits stark auf Investoren ausgerichtete Unternehmen könnten von vornherein häufiger an einer solchen Veranstaltung teilnehmen.

Trotzdem zeigen die Daten, dass der Nutzen für Teilnehmer weit über das eigentliche Preisgeld hinausgehen kann.

Für junge Unternehmen kann daher auch der Zugang zu Investoren, Geschäftskontakten und internationaler Sichtbarkeit ein wichtiges Argument für eine Bewerbung sein.

3. Eurostars Call 11: internationale Forschungsförderung ohne einheitlichen Zuschussbetrag

Eurostars wird häufig als europäisches Förderprogramm für innovative KMU bezeichnet. Diese Beschreibung trifft grundsätzlich zu, reicht aber nicht aus.

Das Programm unterstützt internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die von innovativen KMU geleitet werden.

Die Finanzierung ist jedoch dezentral organisiert.

Es gibt keinen einheitlichen Eurostars-Fördersatz und keinen allgemein gültigen Höchstbetrag für jedes teilnehmende Unternehmen.

Eurostars Call 11 wurde am 9. Juli 2026 geöffnet und endet am 10. September 2026 um 14:00 Uhr CEST.

Das Programm gehört zur Europäischen Partnerschaft für innovative KMU und wird über Horizon Europe von der Europäischen Union mitfinanziert.

Wie funktioniert die Finanzierung?

Die Projektanträge werden international bewertet. Die tatsächliche Auszahlung der Fördermittel erfolgt anschließend jedoch über die jeweiligen nationalen Förderstellen.

Damit können sich die Bedingungen innerhalb eines einzigen Konsortiums erheblich unterscheiden.

Eine deutsche Gesellschaft, ein französisches KMU und eine niederländische Forschungseinrichtung können gemeinsam an demselben Eurostars-Projekt arbeiten und dennoch nach drei verschiedenen nationalen Regelwerken finanziert werden.

Die jeweilige nationale Förderstelle entscheidet darüber, welche Organisationen gefördert werden können, welche Kosten anerkannt werden, welcher Fördersatz gilt und ob eine Obergrenze für den Zuschuss besteht.

Deshalb darf das gesamte Projektvolumen nicht mit dem Förderbetrag eines einzelnen Unternehmens verwechselt werden.

Nach Angaben von Eurostars liegt das durchschnittliche Projektbudget bei ungefähr 1,5 Millionen Euro.

Etwa 20 Prozent der eingereichten Anträge bestehen die Bewertung und erhalten eine Förderung.

Eine allgemeine Obergrenze für das gesamte Projektbudget gibt es nicht. Einzelne nationale Förderstellen können jedoch eigene Höchstbeträge festlegen.

Welche Voraussetzungen gelten für das Konsortium?

Das Projekt muss von einem innovativen KMU aus einem Eurostars-Land geleitet werden.

Das Konsortium muss aus mindestens zwei voneinander unabhängigen Organisationen aus mindestens zwei Eurostars-Ländern bestehen.

Mindestens eine beteiligte Organisation muss aus einem EU-Mitgliedstaat oder einem mit Horizon Europe assoziierten Land kommen.

Die KMU aus Eurostars-Ländern müssen mindestens 50 Prozent der gesamten Projektkosten ohne Unteraufträge tragen.

Kein einzelner Teilnehmer und kein einzelnes Land darf mehr als 70 Prozent des Projektbudgets übernehmen.

Die maximale Projektdauer beträgt 36 Monate. Gefördert werden ausschließlich zivile Anwendungen.

Eurostars ist nicht auf einzelne Branchen beschränkt. Entscheidend ist, dass ein innovatives Produkt, Verfahren oder eine Dienstleistung mit realistischem internationalen Marktpotenzial entwickelt wird.

Ein verbindlicher technologischer Reifegrad für Projektbeginn und Projektende wird auf Programmebene nicht vorgeschrieben.

Nach Angaben von Eurostars beginnen viele Projekte jedoch ungefähr bei TRL 4 und enden bei TRL 6 oder 7. Die Förderung richtet sich damit typischerweise an Forschung und Entwicklung, die bereits vergleichsweise nah an einer späteren Markteinführung liegt.

Wie stark ist der Wettbewerb?

Eurostars Call 10, der im März 2026 endete, erhielt 687 Anträge.

Mit 220 Einreichungen entfiel der größte Anteil auf Elektronik, Informationstechnik und Telekommunikation.

In der zuletzt abgeschlossenen Auswahl wurden 110 Innovationsprojekte mit 328 Organisationen aus 28 Ländern unterstützt.

Zusammen mit der langfristigen Erfolgsquote von ungefähr 20 Prozent zeigen diese Zahlen, dass der Wettbewerb anspruchsvoll ist, aber durchaus realistische Chancen für gut zusammengestellte Konsortien bietet.

Was müssen ukrainische Unternehmen beachten?

Die Ukraine ist zwar mit Horizon Europe assoziiert, gehört derzeit jedoch nicht zu den Eurostars-Ländern.

Dieser Unterschied ist entscheidend.

Organisationen aus Ländern, die nicht zu Eurostars gehören, können sich grundsätzlich an einem Konsortium beteiligen. Sie erhalten jedoch keine Eurostars-Fördermittel.

Ein solcher Partner muss seinen Projektanteil vollständig selbst finanzieren und eine entsprechende Erklärung über die Eigenfinanzierung abgeben.

Ein ukrainisches Unternehmen darf daher nicht davon ausgehen, dass die Assoziierung mit Horizon Europe automatisch Zugang zu Eurostars-Mitteln eröffnet.

Eine Teilnahme als selbstfinanzierter Partner ist möglich, sofern das gesamte Konsortium die Eurostars-Regeln einhält.

Die Projektleitung muss jedoch bei einem innovativen KMU aus einem Eurostars-Land liegen.

Für ukrainische Unternehmen kann Eurostars deshalb als Zugang zu internationaler Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit interessant sein. Rein finanziell kann jedoch ein Horizon-Europe-Aufruf günstiger sein, bei dem ukrainische Einrichtungen unmittelbar förderberechtigt sind.

4. EIT Health Transformative Healthcare Instrument: bis zu 500.000 Euro für bereits weiter entwickelte Unternehmen

Das Transformative Healthcare Instrument von EIT Health zeigt besonders deutlich, warum eine hohe Fördersumme allein wenig über die tatsächliche Eignung eines Programms aussagt.

Das Programm stellt 300.000 bis 500.000 Euro für innovative KMU aus den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik, digitale Gesundheit, künstliche Intelligenz, Biomarker und Diagnostik bereit.

Der Aufruf wurde am 24. Juni 2026 geöffnet und endet am 16. September 2026.

Auf den ersten Blick könnten 500.000 Euro auch für ein junges Gesundheitsunternehmen geeignet erscheinen.

Die tatsächlichen Teilnahmebedingungen zeigen jedoch, dass das Programm Unternehmen anspricht, die bereits eine deutlich fortgeschrittenere Entwicklungsstufe erreicht haben.

EIT Health übernimmt höchstens die Hälfte der Projektkosten

Der Zuschuss deckt maximal 50 Prozent der gesamten Projektkosten.

Die andere Hälfte muss das Unternehmen aus eigenen oder anderen Finanzierungsquellen tragen.

Wer die maximale Förderung von 500.000 Euro beantragt, benötigt daher in der Regel ein Vorhaben mit einem Gesamtumfang von mindestens ungefähr 1 Million Euro.

Die Finanzierung der übrigen Hälfte muss außerhalb der EIT-Health-Förderung gesichert werden.

Für Bewerber ist dies eine zentrale Voraussetzung.

Ein Unternehmen, das seinen Eigenanteil nicht aufbringen kann, sollte die ausgeschriebenen 500.000 Euro nicht als tatsächlich erreichbare Finanzierung betrachten.

Mindestanforderungen an Unternehmen und bisherige Finanzierung

Bewerben können sich private Kleinstunternehmen und KMU mit mindestens vier Vollzeitäquivalenten.

Zusätzlich muss das Unternehmen innerhalb der vergangenen 36 Monate mindestens 2 Millionen Euro an Eigenkapitalinvestitionen erhalten haben. An dieser Finanzierung muss mindestens ein neuer Investor beteiligt gewesen sein.

Damit fallen zahlreiche Unternehmen in sehr frühen Entwicklungsphasen von vornherein aus dem Bewerberkreis heraus.

Das Programm richtet sich vielmehr an Gesellschaften, die Gründungsphase, ersten Teamaufbau und frühe Kapitalbeschaffung bereits hinter sich haben und nun ein Gesundheitsprodukt weiterentwickeln und näher an den Markt bringen wollen.

Auch die Anforderungen an die Reife der Innovation sind entsprechend hoch.

Für Biotechnologie wird mindestens Innovationsreifegrad 5 verlangt.

Medizintechnische Vorhaben müssen mindestens Reifegrad 6 erreicht haben und einen ersten klinischen Machbarkeitsnachweis vorlegen.

Digitale Gesundheitslösungen sowie Biomarker und Diagnostik benötigen mindestens Reifegrad 7.

Ein Unternehmen für digitale Gesundheit, das lediglich einen Prototyp entwickelt hat, aber noch keine Marktvalidierung nachweisen kann, erfüllt diese Voraussetzung somit nicht.

Welche Ergebnisse kann EIT Health vorweisen?

EIT Health verfügt bereits über ein umfangreiches europäisches Netzwerk.

Im Jahr 2024 unterstützte die Organisation 372 junge und wachsende Unternehmen, die zusammen 227 Millionen Euro an Investitionen einwarben.

Im selben Jahr wurden zwölf Gesundheitsinnovationen eingeführt, die mehr als 283.000 Patienten und Bürger erreichten.

Seit 2016 hat EIT Health nach eigenen Angaben 3.370 Unternehmen unterstützt. Diese Unternehmen haben insgesamt 2,4 Milliarden Euro Kapital eingeworben.

Die über EIT Health unterstützten Innovationen erreichten insgesamt etwa 780.000 Menschen.

Diese Zahlen geben selbstverständlich keine Auskunft darüber, wie hoch die Chancen eines einzelnen Antragstellers sind. Sie zeigen jedoch, dass das Programm in ein etabliertes europäisches Umfeld für Gesundheitsinnovation und Finanzierung eingebettet ist.

Geografische Förderfähigkeit vorher prüfen

Die öffentlich zugängliche Beschreibung des Programms spricht von europäischen Unternehmen, enthält jedoch keine vollständige Liste aller zugelassenen Staaten.

Unternehmen außerhalb der Europäischen Union, insbesondere ukrainische Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich, sollten ihre geografische Förderfähigkeit deshalb vor einer aufwendigen Antragstellung anhand der aktuellen Programmunterlagen oder direkt bei EIT Health bestätigen.

Die Teilnahme eines Landes an Horizon Europe bedeutet nicht automatisch, dass Unternehmen dieses Landes für jeden einzelnen Aufruf des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts zugelassen sind.

5. RIVCircular: bis zu 600.000 Euro je Begünstigten, einschließlich Chancen für die Oblast Kyiv

Für Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Kreislaufwirtschaft gehört RIVCircular zu den interessantesten derzeit geöffneten Förderaufrufen.

Besonders relevant ist das Programm auch für einen Teil der ukrainischen Innovationslandschaft.

RIVCircular wird im Rahmen von Horizon Europe finanziert und vergibt Mittel über eine finanzielle Unterstützung für Dritte. Dabei werden europäische Fördergelder über das Projekt an weitere Unternehmen und Organisationen weitergereicht.

Die Einreichungsfrist endet am 17. September 2026 um 14:00 Uhr CET.

In den aktualisierten Leitlinien für Antragsteller ist für den Aufruf ein Gesamtbudget von 12,35 Millionen Euro vorgesehen.

In früheren Bekanntmachungen war noch von 12,95 Millionen Euro die Rede. Nach dem Ausscheiden der Region Košice wurde das Budget in Version 2 der Leitlinien jedoch auf 12,35 Millionen Euro angepasst.

Auch die Haushaltsvorlage wurde später geändert. Seit dem 31. Juli 2026 gilt Version 3, und Bewerber werden ausdrücklich aufgefordert, die neueste Fassung zu verwenden.

Das zeigt, wie wichtig es ist, bei Förderanträgen nicht ausschließlich mit der ursprünglichen Bekanntmachung zu arbeiten. Maßgeblich sind immer die zuletzt veröffentlichten Programmunterlagen.

Welche Projekte werden unterstützt?

RIVCircular fördert fünf Bereiche: Kreislaufwirtschaft bei Bau- und Abbruchabfällen, kreislauforientierte Energieintegration und Nutzung lokaler Abfallströme, Wiederverwertung und Wiederverwendung von Batterien für Elektrofahrzeuge, kreislauforientierte Textilien sowie digitale Lösungen für die Kreislaufwirtschaft.

Die Projekte müssen sich zwischen TRL 6 und TRL 8 befinden.

Damit richtet sich das Programm an Lösungen, die bereits entwickelt wurden und nun demonstriert, validiert, in Pilotvorhaben eingesetzt oder auf eine breitere Marktanwendung vorbereitet werden.

Grundlagenforschung oder noch nicht erprobte erste Konzepte stehen nicht im Mittelpunkt.

Für die Themen 1 bis 4 wird ein Gesamtbudget von 1 bis 2 Millionen Euro je Projekt empfohlen.

Für digitale Lösungen im Bereich Kreislaufwirtschaft liegt der empfohlene Rahmen bei 200.000 bis 700.000 Euro.

Ein einzelner Begünstigter kann über den gesamten Aufruf hinweg jedoch höchstens 600.000 Euro erhalten, selbst wenn er an mehreren Vorhaben beteiligt ist.

Auch hier gilt daher: Das Gesamtvolumen eines Projekts ist nicht mit der tatsächlich verfügbaren Förderung für ein einzelnes Unternehmen gleichzusetzen.

Die Höhe der Förderung hängt von der Unternehmensgröße ab

Unternehmen bekommen ihre förderfähigen Kosten nicht vollständig erstattet.

Tabelle 2. Wichtige Voraussetzungen und Anforderungen an die Eigenfinanzierung

Programm Zentrale Voraussetzung für das Unternehmen Eigenfinanzierung oder Investoren erforderlich? Konsortium erforderlich?
EIT Urban Mobility Laufende Finanzierungsrunde, Prototyp oder marktfähiges Mindestprodukt, Bewertung bis 50 Mio. Euro, Gründer und Leitung halten mehr als 40 Prozent Beteiligung von EIT Urban Mobility gemeinsam mit weiteren Investoren Nein
Slush 100 2023 oder später gegründet, weniger als 10 Mio. Euro aufgenommen, frühe Entwicklungsphase Keine vorgeschriebene Eigenfinanzierung für das Preisgeld Nein
Eurostars Call 11 Projektleitung durch ein innovatives KMU aus einem Eurostars-Land Höhe und Eigenanteil richten sich nach den jeweiligen nationalen Förderregeln Ja
EIT Health THI Mindestens 4 Vollzeitäquivalente und mindestens 2 Mio. Euro Eigenkapitalinvestitionen innerhalb von 36 Monaten Das Programm übernimmt höchstens 50 Prozent der Projektkosten Auf der öffentlichen Programmseite wird kein verpflichtendes Konsortium genannt
RIVCircular Sitz in einer zugelassenen Region, TRL 6 bis 8, juristische Person Je nach Unternehmensgröße werden höchstens 50 bis 70 Prozent der Kosten übernommen Ja

Für Unternehmen in Madrid, Hauts-de-France, Innlandet, der Oblast Kyiv, Wien und Extremadura beträgt die maximale Förderquote 50 Prozent für große Unternehmen, 60 Prozent für mittlere Unternehmen und 70 Prozent für kleine Unternehmen.

Für Forschungs- und Wissenseinrichtungen in der Oblast Kyiv kann die Förderquote ebenfalls bis zu 70 Prozent betragen.

Ein kleines Unternehmen mit förderfähigen Projektkosten von 700.000 Euro kann daher nicht davon ausgehen, dass sämtliche Kosten übernommen werden.

Neben der maximalen Förderquote ist auch die Obergrenze von 600.000 Euro je Begünstigten zu berücksichtigen.

Zu den anerkannten Kosten können Personal, Reisen, Abschreibungen auf Geräte sowie weitere Waren und Dienstleistungen gehören.

Unteraufträge dürfen höchstens 10 Prozent der direkten Kosten ausmachen.

Für Einrichtungen aus der Oblast Kyiv sehen die aktuellen Leitlinien 0 Prozent indirekte Kosten vor.

Diese Regel ist besonders wichtig für ukrainische Bewerber, weil Verwaltungskosten und andere allgemeine Betriebsausgaben dadurch nicht wie bei vielen anderen europäischen Förderprogrammen pauschal mitfinanziert werden können.

Die Oblast Kyiv ist ausdrücklich förderfähig

RIVCircular zählt die Oblast Kyiv ausdrücklich zu den beteiligten Regionen.

Organisationen aus der Oblast können grundsätzlich in allen fünf Themenbereichen teilnehmen.

Die vorläufige regionale Aufteilung sieht für Kyiv 600.000 Euro für Bau- und Abbruchabfälle, 1 Million Euro für kreislauforientierte Energieintegration, 200.000 Euro für Batterierecycling und Wiederverwendung, 600.000 Euro für Textilien sowie 300.000 Euro für digitale Lösungen der Kreislaufwirtschaft vor.

Dabei handelt es sich um vorläufige Mittelansätze für einzelne Themen und Regionen, nicht um garantierte Zuschüsse für bestimmte Unternehmen.

Eine Organisation muss tatsächlich in der betreffenden Region niedergelassen sein oder dort über die in den Förderbedingungen verlangte offiziell registrierte und aktive Niederlassung verfügen.

Ein Unternehmen aus einer anderen ukrainischen Region kann deshalb nicht allein aufgrund einer Zusammenarbeit mit Akteuren aus Kyiv als regional förderfähig gelten.

Bei der Zusammensetzung des Konsortiums besteht Klärungsbedarf

Die aktuellen Leitlinien enthalten einen Punkt, den ukrainische Antragsteller besonders sorgfältig prüfen sollten.

An einer Stelle wird verlangt, dass mindestens drei Einrichtungen aus drei verschiedenen RIVCircular-Partnerregionen und aus unterschiedlichen Ländern beteiligt sind.

An anderer Stelle ist dagegen von drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten beziehungsweise Vertragsparteien des Europäischen Wirtschaftsraums die Rede. Gleichzeitig wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Ukraine nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört.

Diese Formulierungen sind nicht vollständig deckungsgleich.

Ein Antragsteller aus der Oblast Kyiv sollte deshalb die erforderliche Zusammensetzung des Konsortiums nicht allein anhand einer eigenen Auslegung festlegen.

Sinnvoll ist es, sich vor der endgültigen Partnerwahl eine schriftliche Bestätigung vom Programm oder von der regionalen Kontaktstelle in Kyiv einzuholen.

Ein fachlich überzeugendes Projekt kann bereits an formalen Voraussetzungen scheitern, wenn die geografische Zusammensetzung des Konsortiums nicht korrekt ist.

Für Thema 5 ist mindestens ein KMU im Konsortium verpflichtend.

Bei den Themen 1 bis 4 wird die Beteiligung von KMU ausdrücklich empfohlen.

Die Laufzeit beträgt bei den Themen 1 bis 4 üblicherweise zwei bis drei Jahre. Für Thema 5 sind ein bis zwei Jahre vorgesehen.

Was die angekündigten Fördersummen tatsächlich bedeuten

Die fünf Programme sollten nicht einfach danach beurteilt werden, welches den höchsten Betrag nennt.

Entscheidend ist, unter welchen Bedingungen dieses Geld bereitgestellt wird.

Tabelle 3. Was die angekündigten Beträge in der Praxis bedeuten

Angekündigter Betrag Tatsächliche Bedeutung
EIT Urban Mobility: bis zu 2,5 Mio. Euro Beteiligungsfinanzierung oder beteiligungsähnliche Finanzierung. EIT Urban Mobility beteiligt sich an einer laufenden Kapitalrunde und kann Unternehmensanteile erhalten.
Slush 100: 500.000 Euro Preisgeld ohne Abgabe von Unternehmensanteilen, aber nur für ein einziges Gewinnerunternehmen.
Eurostars: durchschnittlich etwa 1,5 Mio. Euro Projektbudget Der Betrag beschreibt das Gesamtvolumen eines typischen internationalen Projekts. Die Förderung jedes Partners richtet sich nach nationalen Vorschriften.
EIT Health THI: bis zu 500.000 Euro EIT Health übernimmt höchstens 50 Prozent der gesamten Projektkosten. Die restliche Finanzierung muss vom Unternehmen kommen.
RIVCircular: bis zu 600.000 Euro je Begünstigten Höchstbetrag für eine einzelne Organisation, zusätzlich begrenzt durch Förderquote, Unternehmensgröße, anerkannte Kosten, Region und Konsortialregeln.

Diese Unterschiede führen zu einer einfachen, aber wichtigen Schlussfolgerung: Der angekündigte Höchstbetrag ist nicht gleichbedeutend mit frei verfügbarem Geld für das Unternehmen.

Eine Förderung von 500.000 Euro bei einer Förderquote von 50 Prozent stellt völlig andere Anforderungen an die Unternehmensfinanzen als ein Preisgeld von 500.000 Euro ohne Abgabe von Anteilen.

Eine Investition von 2,5 Millionen Euro kann deutlich mehr Wachstumskapital bereitstellen als ein Zuschuss, führt jedoch möglicherweise zu einer Veränderung der Eigentümerstruktur.

Bei einem internationalen Forschungsprojekt mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Euro wiederum verfügt ein einzelnes Unternehmen nur über einen Teil des gesamten Projektbudgets.

Unternehmen sollten deshalb nicht nur den Höchstbetrag vergleichen.

Wichtiger sind der tatsächlich finanzierbare Anteil, der notwendige Eigenbeitrag, mögliche Veränderungen der Eigentumsverhältnisse, die anerkannten Kosten sowie die realistischen Chancen auf eine Bewilligung.

Welches Programm passt zu welchem Unternehmen?

Für ein Mobilitätsunternehmen, das bereits eine größere Finanzierungsrunde vorbereitet, ist EIT Urban Mobility besonders interessant. Das Programm kann erhebliche Mittel bereitstellen, setzt allerdings die Bereitschaft zu einer Beteiligungsfinanzierung voraus.

Für ein sehr junges, wachstumsstarkes Unternehmen mit überzeugendem Geschäftsmodell und internationalen Ambitionen bietet Slush 100 eine besonders attraktive Möglichkeit. Die 500.000 Euro müssen nicht gegen Unternehmensanteile eingetauscht werden. Allerdings gewinnt nur ein Unternehmen den Hauptpreis.

Für ein innovatives KMU mit internationalen Partnern und einem marktnahen Forschungs- oder Entwicklungsprojekt ist Eurostars eine etablierte Möglichkeit. Die nationalen Finanzierungsregeln jedes Konsortialpartners müssen jedoch schon vor der Erstellung des Projektbudgets geprüft werden.

Für ein bereits weiter entwickeltes Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich, das mindestens 2 Millionen Euro an Eigenkapital eingeworben hat und die Hälfte eines größeren Entwicklungsprojekts selbst finanzieren kann, kann EIT Health THI eine interessante nicht beteiligungsgebundene Projektförderung darstellen.

Für Unternehmen, die an kreislauforientierten Technologien zwischen TRL 6 und TRL 8 arbeiten, ist RIVCircular besonders relevant. Für ukrainische Bewerber ist dabei vor allem interessant, dass die Oblast Kyiv ausdrücklich zu den beteiligten Regionen gehört.

Fünf Punkte, die vor jedem Förderantrag geprüft werden sollten

Bevor ein Unternehmen mit der Vorbereitung eines Antrags beginnt, sollte es fünf Fragen getrennt voneinander beantworten.

Erstens muss die Förderfähigkeit des Unternehmens geprüft werden. Dazu gehören Sitz, KMU-Status, Unternehmensalter, Eigentumsstruktur, frühere Finanzierungen, Beschäftigtenzahl und gegebenenfalls regionale Anforderungen.

Zweitens muss die Förderfähigkeit des konkreten Projekts untersucht werden. Ein grundsätzlich zugelassenes Unternehmen kann mit einem bestimmten Vorhaben dennoch nicht förderfähig sein. Branche, technologischer Reifegrad, Innovationshöhe, Projektziel und Laufzeit können gesonderten Regeln unterliegen.

Drittens sollte klar sein, welche Art von Finanzierung tatsächlich angeboten wird. Nicht rückzahlbarer Zuschuss, Kostenerstattung, Beteiligungsfinanzierung, wandelbares Finanzierungsinstrument, Preisgeld und weitergeleitete Förderung sind wirtschaftlich völlig unterschiedliche Instrumente.

Viertens muss die verbleibende Finanzierungslücke berechnet werden. Übernimmt ein Programm nur 50, 60 oder 70 Prozent der anerkannten Kosten, muss bereits vor dem Antrag geklärt werden, wie die übrigen Ausgaben finanziert werden.

Fünftens sollten unmittelbar vor der Einreichung noch einmal die aktuellen Programmunterlagen und die gültige Frist geprüft werden. Budgets, Vorlagen, Teilnahmebedingungen und Auslegungshinweise können sich während eines laufenden Aufrufs ändern.

Die Tatsache, dass ein Förderprogramm grundsätzlich existiert, bedeutet nicht automatisch, dass eine konkrete Ausschreibung derzeit geöffnet ist oder noch dieselben Bedingungen gelten wie bei ihrer ursprünglichen Veröffentlichung.

Fazit

Die europäische Förderlandschaft bietet im Spätsommer 2026 mehrere interessante Möglichkeiten für junge Unternehmen. Dennoch eignet sich keines dieser Programme gleichermaßen für alle Bewerber.

Die fünf hier untersuchten Möglichkeiten reichen von einem Preisgeld von 500.000 Euro ohne Abgabe von Unternehmensanteilen bis zu einer Beteiligungsfinanzierung von 2,5 Millionen Euro. Hinzu kommen internationale Forschungsförderung, eine Gesundheitsförderung mit verpflichtender fünfzigprozentiger Eigenfinanzierung und regionale Zuschüsse für Vorhaben der Kreislaufwirtschaft.

Gemeinsam ist ihnen vor allem eines: Die veröffentlichte Höchstsumme zeigt nur einen Teil der tatsächlichen Bedingungen.

Ein Unternehmen sollte deshalb zuerst bestimmen, welche Art von Finanzierung es wirklich benötigt.

Wer eine größere Kapitalrunde vorbereitet, bewertet eine Beteiligungsfinanzierung anders als ein Unternehmen, das seine Eigentumsstruktur unverändert halten möchte.

Ein forschungsintensives KMU benötigt andere Förderinstrumente als ein Unternehmen, das frei einsetzbares Kapital für Vertrieb oder schnelles Wachstum sucht.

Wer einen Zuschuss mit verpflichtender Eigenfinanzierung beantragt, muss seine Liquidität bereits vor der Antragstellung realistisch einschätzen.

Die beste Finanzierungsmöglichkeit ist deshalb nicht automatisch das Programm mit dem höchsten angekündigten Betrag.

Entscheidend ist, ob Finanzierungsart, Fördervoraussetzungen, technologische Reife, Projektumfang, zeitlicher Rahmen und Pflichten tatsächlich zur aktuellen Entwicklungsphase des Unternehmens passen.

Unternehmen, die sich im August oder September 2026 für eines dieser Programme interessieren, sollten deshalb zunächst die neuesten offiziellen Unterlagen prüfen, die Förderfähigkeit von Unternehmen und Projekt getrennt bewerten, den tatsächlichen Finanzierungsbedarf berechnen und erst danach erhebliche Zeit und Ressourcen in den Antrag investieren.