Healthcare & Life Sciences

Fördermittel für die Arzneimittelherstellung im Vereinigten Königreich: Bis zu 1 Million Pfund für eine nachhaltigere Produktion

📅 Oktober 22, 2026


Die Pharmaindustrie steht vor einer anspruchsvollen technologischen Herausforderung: Die Herstellung von Arzneimitteln muss umweltverträglicher werden, ohne dabei ihre Qualität, Sicherheit, Erschwinglichkeit oder Verfügbarkeit zu beeinträchtigen. Herkömmliche pharmazeutische Produktionsverfahren können erhebliche Mengen chemischer Lösungsmittel, energieintensive Reinigungsverfahren, spezialisierte Anlagen und streng kontrollierte Produktionsumgebungen erfordern. Selbst vergleichsweise kleine Verbesserungen dieser Prozesse können beträchtliche Möglichkeiten eröffnen, Abfälle zu reduzieren, die industrielle Produktivität zu steigern und pharmazeutische Lieferketten widerstandsfähiger zu machen.

Das Vereinigte Königreich begegnet dieser Herausforderung mit dem Förderwettbewerb Sustainable Medicines Manufacturing Innovation: Collaborative Research and Development (CR&D), Round 2, der gemeinschaftliche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben für eine nachhaltigere Arzneimittelherstellung unterstützt. Der Wettbewerb wird von Innovate UK, einem Teil der britischen Forschungs- und Innovationsorganisation UK Research and Innovation (UKRI), in Zusammenarbeit mit dem britischen Ministerium für Gesundheit und Soziales (Department of Health and Social Care, DHSC) durchgeführt. Für gemeinschaftliche Forschungsprojekte stehen Zuschüsse zwischen 500.000 und 1 Million Pfund Sterling zur Verfügung.

Der Wettbewerb verfügt über ein Gesamtfördervolumen von bis zu 7 Millionen Pfund Sterling und unterstützt Technologien, die die Arzneimittelherstellung umweltverträglicher und wirtschaftlich wettbewerbsfähiger machen können. Die Antragstellung wurde am 5. Oktober 2026 eröffnet. Die Einreichungsfrist endet am 2. Dezember 2026 um 11:00 Uhr britischer Ortszeit.

Allerdings handelt es sich nicht um ein herkömmliches Förderprogramm für den Austausch von Maschinen und Anlagen. Im Mittelpunkt stehen gemeinschaftliche Vorhaben der industriellen Forschung und experimentellen Entwicklung, deren Technologien bereits einen vergleichsweise hohen Entwicklungsstand erreicht haben. Antragsteller müssen nachweisbare Umwelt- oder Produktivitätsvorteile, einen glaubwürdigen Weg zur wirtschaftlichen Verwertung sowie die Beteiligung mindestens eines förderfähigen kleinen oder mittleren Unternehmens mit Sitz im Vereinigten Königreich darlegen.

Für Arzneimittelhersteller, Biotechnologieunternehmen, Fachbetriebe für Verfahrenstechnik und Forschungseinrichtungen ist es entscheidend, diese Unterschiede zu verstehen. Die Förderung kann das finanzielle Risiko bei der Entwicklung einer vielversprechenden Produktionstechnologie erheblich verringern. Ein erfolgreicher Antrag erfordert jedoch wesentlich mehr als eine überzeugende umweltfreundliche Idee.

Warum eine nachhaltige Arzneimittelherstellung im Vereinigten Königreich von strategischer Bedeutung ist

Das Vereinigte Königreich verfügt über eines der am stärksten entwickelten europäischen Netzwerke für pharmazeutische Forschung und Arzneimittelherstellung. Seine Stärken beschränken sich nicht auf internationale Pharmakonzerne. Dazu gehören ebenso spezialisierte Chemieunternehmen, junge Biotechnologieunternehmen, Auftragsentwickler und Auftragshersteller, Ingenieurunternehmen, Anbieter analytischer Technologien sowie international anerkannte Forschungseinrichtungen.

Nach Angaben des Office for Life Sciences erwirtschafteten die Unternehmen des britischen biopharmazeutischen Sektors im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von rund 81,5 Milliarden Pfund Sterling und beschäftigten etwa 148.200 Menschen. Der Teilsektor umfasste ungefähr 3.100 Unternehmen. Diese Zahlen verdeutlichen den Umfang der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Tätigkeiten, die mit der Entwicklung und Bereitstellung von Arzneimitteln verbunden sind.

Der gesamte britische Biowissenschaftssektor erzielte im selben Zeitraum einen Umsatz von 125,8 Milliarden Pfund Sterling. Unternehmen, deren Haupttätigkeit in der Herstellung lag, erwirtschafteten innerhalb dieses Sektors 38,1 Milliarden Pfund Sterling und beschäftigten rund 120.200 Menschen. Diese Angaben umfassen jedoch neben biopharmazeutischen Unternehmen auch Hersteller von Medizintechnik. Sie dürfen deshalb nicht als ausschließliche Umsatzzahlen der Arzneimittelherstellung verstanden werden.

Ein weiterer Hinweis auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche ergibt sich aus den britischen Wettbewerbsindikatoren für die Biowissenschaften. Die pharmazeutische Herstellung erwirtschaftete im Jahr 2023 eine Bruttowertschöpfung von ungefähr 20,4 Milliarden Pfund Sterling, gemessen zu konstanten Preisen des Jahres 2020. Die britischen Arzneimittelausfuhren erreichten 2024 einen Wert von 24,7 Milliarden Pfund Sterling, während die Einfuhren pharmazeutischer Erzeugnisse bei etwa 25,9 Milliarden Pfund Sterling lagen.

Auch die Forschungsausgaben verdeutlichen die hohe technologische Entwicklungsintensität der Branche. Britische Unternehmen führten 2024 pharmazeutische Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Umfang von ungefähr 9,3 Milliarden Pfund Sterling durch. Dies entsprach 17 Prozent aller unternehmerischen Forschungs- und Entwicklungsausgaben im Vereinigten Königreich. Etwa 63 Prozent dieser pharmazeutischen Forschungsausgaben wurden von den Unternehmen selbst finanziert, während ausländische Finanzierungsquellen ungefähr 34 Prozent ausmachten.

Diese Zahlen zeigen, weshalb gezielte öffentliche Innovationsförderungen wichtig sein können. Das Programm kann die Milliardeninvestitionen der Pharmaunternehmen in Forschung und Produktion nicht ersetzen. Es kann jedoch helfen, bestimmte technologische und wirtschaftliche Hindernisse zu überwinden, die verhindern, dass vielversprechende Verfahren über die Erprobungsphase hinauskommen.

Tabelle 1. Zentrale Kennzahlen der britischen Pharmaindustrie und des Biowissenschaftssektors

Kennzahl Bestätigter Wert Berichtszeitraum
Umsatz der britischen biopharmazeutischen Unternehmen 81,5 Milliarden Pfund Sterling 2024/25
Beschäftigte im biopharmazeutischen Sektor 148.200 Personen 2024/25
Anzahl der biopharmazeutischen Unternehmen Rund 3.100 2024/25
Umsatz sämtlicher Unternehmen des Biowissenschaftssektors 125,8 Milliarden Pfund Sterling 2024/25
Umsatz der Biowissenschaftsunternehmen mit Herstellung als Haupttätigkeit 38,1 Milliarden Pfund Sterling 2024/25
Forschung und Entwicklung der Unternehmen im Pharmabereich 9,3 Milliarden Pfund Sterling 2024
Ausfuhren pharmazeutischer Erzeugnisse 24,7 Milliarden Pfund Sterling 2024
Bruttowertschöpfung der pharmazeutischen Herstellung 20,4 Milliarden Pfund Sterling 2023, zu konstanten Preisen von 2020

Die Kennzahlen beschreiben unterschiedliche wirtschaftliche Größen und Unternehmensgruppen. Der Umsatz des biopharmazeutischen Sektors umfasst auch Tätigkeiten außerhalb der eigentlichen Herstellung. Die weiter gefasste Gruppe der produzierenden Biowissenschaftsunternehmen enthält dagegen ebenfalls Medizintechnikhersteller. Die Bruttowertschöpfung bezieht sich genauer auf die pharmazeutische Herstellung.

Die neuesten Zahlen des Office for Life Sciences berücksichtigen außerdem methodische Überarbeitungen früher veröffentlichter Schätzungen. Für zeitliche Vergleiche sollten deshalb die revidierten historischen Daten verwendet werden, anstatt Angaben aus statistischen Veröffentlichungen mit unterschiedlichen Berechnungsmethoden miteinander zu verbinden.

Neben den traditionellen Kennzahlen für Produktivität und Qualität gewinnt die Umweltleistung zunehmend an Bedeutung. Nach Einschätzung von NHS England tragen Arzneimittel wesentlich zum gesamten CO₂-Fußabdruck des britischen Gesundheitsdienstes bei. Ihr erweiterter Lebenszyklus verursacht ungefähr ein Viertel der Emissionen des NHS. Diese Schätzung berücksichtigt Emissionen aus der Herstellung, Verteilung, Verwendung und weiteren Lebenszyklusphasen von Arzneimitteln, nicht ausschließlich die Emissionen britischer Pharmafabriken.

Die Verbesserung der Arzneimittelherstellung ist somit nur ein Bestandteil der Verringerung von Treibhausgasemissionen im Gesundheitswesen. Gerade in diesem Bereich können industrielle Technologien jedoch messbare Ergebnisse erzielen. Ein geringerer Lösungsmittelverbrauch, höhere chemische Ausbeuten, weniger fehlerhafte Produktionschargen, die Rückgewinnung wertvoller Materialien und effizientere biologische Herstellungsverfahren können den Ressourcenbedarf senken und zugleich die Widerstandsfähigkeit der Produktion stärken.

Das Programm Sustainable Medicines Manufacturing Innovation setzt genau an dieser Verbindung zwischen Umweltleistung, pharmazeutischer Produktivität und langfristiger industrieller Wettbewerbsfähigkeit an.

Was wird durch die Förderung für eine nachhaltige Arzneimittelherstellung tatsächlich finanziert?

Der zweite Wettbewerb für gemeinschaftliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte ist Bestandteil des umfassenderen Sustainable Medicines Manufacturing Innovation Programme. Dieses gehört zu den staatlichen Investitionsmaßnahmen des Vereinigten Königreichs für den Biowissenschaftssektor.

Der Wettbewerb wird über das elektronische Förderantragssystem von Innovate UK verwaltet und in Zusammenarbeit mit dem britischen Ministerium für Gesundheit und Soziales durchgeführt. Ziel ist es, die technische Weiterentwicklung und wirtschaftliche Einsatzbereitschaft von Technologien zu beschleunigen, die eine nachhaltigere Arzneimittelherstellung ermöglichen.

Die vorgesehenen 7 Millionen Pfund Sterling entsprechen dem maximalen Fördervolumen dieses Wettbewerbs. Die tatsächliche Vergabe hängt davon ab, ob genügend hochwertige Anträge eingehen und welche Förderentscheidungen getroffen werden. Es besteht keine Garantie, dass sämtliche Mittel vergeben werden.

Gemeinschaftliche Projekte müssen normalerweise Zuschüsse zwischen 500.000 und 1 Million Pfund Sterling beantragen. Entscheidend ist, dass sich diese Spanne auf die gesamte beantragte Förderung der förderfähigen Projektpartner bezieht und nicht auf die vollständigen wirtschaftlichen Projektkosten.

Ein Konsortium kann deshalb ein Forschungsprogramm mit Gesamtkosten von mehr als 1 Million Pfund Sterling vorschlagen, sofern die beteiligten Organisationen die erforderlichen Eigenanteile an den förderfähigen Ausgaben übernehmen.

Die Projekte müssen zwischen neun und zwölf Monaten dauern, spätestens am 1. April 2027 beginnen und bis zum 31. März 2028 abgeschlossen sein. Die geförderten Organisationen müssen ihre Projektarbeiten im Vereinigten Königreich durchführen, beabsichtigen, die Ergebnisse dort wirtschaftlich zu verwerten, und den überwiegenden Teil der Fördermittel innerhalb des Landes ausgeben.

Der Projektbeginn muss jeweils auf den ersten Tag eines Kalendermonats fallen. Förderfähige Arbeiten dürfen erst aufgenommen werden, nachdem Innovate UK das offizielle Förderbewilligungsschreiben genehmigt hat.

Tabelle 2. Förderbedingungen des Wettbewerbs Sustainable Medicines Manufacturing Innovation, CR&D Round 2

Fördervoraussetzung Offizielle Bedingung
Zuständige Förderorganisationen Innovate UK und das Ministerium für Gesundheit und Soziales
Gesamtes Fördervolumen Bis zu 7 Millionen Pfund Sterling
Förderantrag je Gemeinschaftsprojekt 500.000 bis 1 Million Pfund Sterling
Beginn der Antragstellung 5. Oktober 2026
Antragsschluss 2. Dezember 2026, 11:00 Uhr britischer Ortszeit
Projektdauer 9 bis 12 Monate
Spätester zulässiger Projektbeginn 1. April 2027
Spätester zulässiger Projektabschluss 31. März 2028
Förderfähige Forschungskategorien Industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung
Technologischer Mindestentwicklungsstand zu Projektbeginn TRL 6
Erforderlicher technologischer Fortschritt Mindestens zwei Technologiereifegrade
Verpflichtende Unternehmensbeteiligung Mindestens ein im Vereinigten Königreich eingetragenes KMU, das Fördermittel beantragt
Maximaler Anteil einer einzelnen Organisation an den gesamten Projektkosten 70 Prozent
Beteiligung von Forschungseinrichtungen mit nichtwirtschaftlichen Tätigkeiten Gemeinsam höchstens 30 Prozent der gesamten förderfähigen Projektkosten

Diese Bedingungen verdeutlichen, dass das Förderprogramm auf gezielte industrielle Entwicklungsprojekte ausgerichtet ist und nicht auf zeitlich unbegrenzte wissenschaftliche Grundlagenuntersuchungen. Antragsteller müssen nachweisen, dass ihre Innovation bereits weit genug entwickelt ist, um innerhalb eines vergleichsweise kurzen Durchführungszeitraums bedeutende technische und wirtschaftliche Meilensteine zu erreichen.

Welche Pharmaunternehmen und Organisationen können einen Antrag stellen?

Der Wettbewerb ist ausdrücklich für echte Gemeinschaftsprojekte vorgesehen. Ein Unternehmen kann nicht allein einen Antrag stellen, um ausschließlich seine eigenen Forschungsausgaben zu finanzieren.

Die federführende Organisation muss im Vereinigten Königreich registriert sein. Als Projektleitung kommen Unternehmen jeder Größe, Forschungs- und Technologieorganisationen, Einrichtungen des Catapult-Netzwerks, gemeinnützige Organisationen, öffentliche Einrichtungen oder Wohltätigkeitsorganisationen infrage.

Hochschulen können sich als Projektpartner beteiligen, dürfen jedoch nicht die Projektleitung übernehmen.

Jedes Konsortium muss mindestens ein im Vereinigten Königreich eingetragenes Kleinstunternehmen, kleines oder mittleres Unternehmen umfassen, das selbst Fördermittel beantragt. Diese Voraussetzung ist besonders bedeutsam, weil sie kleineren Technologieentwicklern die Möglichkeit eröffnet, mit etablierten Arzneimittelherstellern zusammenzuarbeiten.

Beispielsweise könnte ein spezialisiertes Biotechnologieunternehmen, das ein neuartiges biokatalytisches Verfahren entwickelt, mit einem Auftragshersteller kooperieren, der industrielle Versuche durchführen kann. Ein Anbieter analytischer Technologien könnte gemeinsam mit einem Pharmaunternehmen ein automatisiertes System erproben, das die Zahl fehlerhafter Produktionschargen verringert. Ein Unternehmen für Lösungsmittelrückgewinnung könnte zusammen mit einer Forschungseinrichtung und einem Arzneimittelhersteller die Qualität und Umweltverträglichkeit zurückgewonnener Materialien überprüfen.

Das Programm verlangt nicht in jedem Fall, dass das KMU die Projektleitung übernimmt. Auch ein großer Pharmakonzern kann ein förderfähiges Konsortium führen, sofern die verpflichtende KMU-Beteiligung und alle weiteren Kooperationsbedingungen erfüllt sind.

Übernimmt eine Forschungs- und Technologieorganisation die Projektleitung, muss sie mit zwei Unternehmen zusammenarbeiten. Dazu gehören ein KMU sowie ein weiteres Unternehmen beliebiger Größe.

Die federführende Organisation und mindestens ein weiterer Partner müssen Fördermittel beantragen. Keine einzelne Organisation darf mehr als 70 Prozent der gesamten Projektkosten auf sich vereinen. Außerdem müssen die Antragsteller erklären, weshalb die Zusammenarbeit notwendig ist und wie die Partner ihre Aufgaben gemeinsam erfüllen werden.

Diese Regeln sollen eine tatsächliche fachliche Zusammenarbeit fördern und verhindern, dass Partnerschaften lediglich formal gegründet werden, um die Fördervoraussetzungen zu erfüllen.

Eine Hochschule kann spezialisierte Analysegeräte, Fachwissen zur pharmazeutischen Formulierung, Kenntnisse zur Ökobilanzierung oder wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen. Ein Technologieunternehmen kann eigene Herstellungsverfahren, Programme oder Anlagen einbringen. Ein etablierter Hersteller kann Produktionsstätten, Qualitätssicherungssysteme, technisches Personal und einen konkreten Weg zur industriellen Anwendung bieten.

Besonders überzeugend ist ein Konsortium, in dem sich die Kompetenzen der Partner ergänzen und diese Kombination durch gewöhnliche kommerzielle Aufträge nur schwer oder zu wesentlich höheren Kosten erreicht werden könnte.

Eine internationale Beteiligung ist möglich, doch die Förderstruktur ist in erster Linie auf das Vereinigte Königreich ausgerichtet. Organisationen außerhalb des Landes können ohne Förderung durch Innovate UK teilnehmen und ihre eigenen Tätigkeiten selbst finanzieren. Solche Partner dürfen ihre Arbeiten auch im jeweiligen Heimatland durchführen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können ausländische Unterauftragnehmer beauftragt werden. Die Antragsteller müssen jedoch genau begründen, weshalb keine geeigneten britischen Dienstleister eingesetzt werden können. Ein niedrigerer Preis eines ausländischen Anbieters reicht als Begründung allein nicht aus.

Außerdem darf eine förderfähige Organisation bei höchstens zwei Anträgen die Projektleitung übernehmen. Für die Beteiligung als Kooperationspartner besteht dagegen keine entsprechende zahlenmäßige Begrenzung.

Wie hoch ist die Förderung für kleine, mittlere und große Pharmaunternehmen?

Die Höhe der finanziellen Unterstützung hängt von zwei grundlegenden Merkmalen ab: der Größe des beteiligten Unternehmens und der Forschungskategorie, der das Projekt zugeordnet wird.

Innovate UK unterscheidet zwischen industrieller Forschung und experimenteller Entwicklung. Industrielle Forschung umfasst im Allgemeinen geplante Untersuchungen, die darauf abzielen, neue Kenntnisse, Fähigkeiten oder Technologien für verbesserte Produkte und Verfahren zu gewinnen. Die experimentelle Entwicklung liegt üblicherweise näher an der kommerziellen Anwendung. Sie beinhaltet die Weiterentwicklung, Erprobung, Demonstration oder Verbesserung von Technologien auf Grundlage bereits vorhandener Kenntnisse.

Beide Kategorien sind förderfähig, allerdings gelten unterschiedliche maximale Förderquoten.

Tabelle 3. Maximale Förderquoten von Innovate UK nach Unternehmensgröße und Forschungskategorie

Unternehmensgröße Industrielle Forschung Experimentelle Entwicklung
Kleinstunternehmen oder kleines Unternehmen 70 Prozent 45 Prozent
Mittleres Unternehmen 60 Prozent 35 Prozent
Großunternehmen 50 Prozent 25 Prozent

Ein kleines Unternehmen, das pharmazeutische Technologien entwickelt und an einem industriellen Forschungsprojekt beteiligt ist, kann somit einen Zuschuss von bis zu 70 Prozent seiner förderfähigen Kosten erhalten. Ein großer Arzneimittelhersteller, der an derselben Forschungskategorie teilnimmt, kann höchstens 50 Prozent erhalten.

Wird das Vorhaben als experimentelle Entwicklung eingestuft, sinken die entsprechenden maximalen Förderquoten auf 45 beziehungsweise 25 Prozent.

Diese Prozentsätze sind Höchstgrenzen und keine garantierten Förderbeträge. Sie gelten für die förderfähigen Ausgaben des jeweiligen Unternehmens. Gleichzeitig muss das gesamte Konsortium die vorgeschriebene Förderspanne und die Kooperationsbedingungen erfüllen.

Ein wichtiger Gesichtspunkt ist die rechtliche Einstufung der Unternehmensgröße. Eine britische Tochtergesellschaft eines großen internationalen Pharmakonzerns kann nicht zwangsläufig die Förderquote eines unabhängigen Kleinunternehmens beanspruchen, nur weil sie selbst vergleichsweise wenige Beschäftigte hat. Eigentumsverhältnisse und relevante Finanzkennzahlen der Unternehmensgruppe können die Einstufung beeinflussen.

Unternehmen sollten ihre zutreffende Größenklasse deshalb feststellen, bevor sie den finanziellen Teil des Förderantrags ausfüllen.

Wie werden Hochschulen und Forschungseinrichtungen finanziert?

Für Forschungseinrichtungen, die nichtwirtschaftliche Tätigkeiten ausüben, sieht das Programm gesonderte Regeln vor.

Diese Einrichtungen dürfen zusammen höchstens 30 Prozent der gesamten förderfähigen Projektkosten übernehmen. Die Grenze gilt gemeinsam für alle beteiligten Forschungseinrichtungen, soweit sie entsprechende nichtwirtschaftliche Tätigkeiten durchführen.

Förderfähige Forschungs- und Technologieorganisationen, Wohltätigkeitsorganisationen, gemeinnützige Einrichtungen, öffentliche Organisationen und geeignete Forschungseinrichtungen können bis zu 100 Prozent ihrer förderfähigen Kosten für nichtwirtschaftliche Projekttätigkeiten erhalten.

Hochschulen können eine Förderung in Höhe von 80 Prozent der vollständigen wirtschaftlichen Kosten ihrer Forschung bekommen. Dabei müssen sie das im Vereinigten Königreich vorgesehene Verfahren zur transparenten Berechnung der Forschungskosten anwenden und die erforderlichen Finanzangaben über das elektronische Förderantragssystem übermitteln.

Diese Unterscheidung ist bei der Budgetplanung besonders wichtig. Die Forschungskosten einer Hochschule können nicht einfach mit den Ausgaben eines Unternehmens zusammengezählt und anschließend mit der Förderquote eines KMU berechnet werden.

Auch die Art der Tätigkeit ist entscheidend. Eine Forschungseinrichtung, die im Projekt wirtschaftliche oder kommerzielle Leistungen erbringt, kann den Fördergrenzen für Unternehmen unterliegen und nicht den Regeln für nichtwirtschaftliche Forschung.

Antragsteller sollten deshalb zunächst den fachlichen Beitrag jedes Partners bestimmen und anschließend die dafür geltenden Kosten- und Fördervorschriften anwenden.

Ein realistisches Beispiel für ein Gemeinschaftsprojekt mit 920.000 Pfund Förderung

Die unterschiedlichen Förderquoten lassen sich leichter verstehen, wenn sie anhand eines konkreten Finanzierungsmodells dargestellt werden.

Betrachten wir ein fiktives Konsortium, das eine fortschrittliche Technologie zur Rückgewinnung und Wiederverwendung von Lösungsmitteln aus der pharmazeutischen Herstellung entwickelt. Ein kleines britisches Technologieunternehmen leitet die technische Entwicklung. Ein mittelständisches Industrieunternehmen bringt verfahrenstechnisches Fachwissen und Versuchsanlagen ein. Eine Forschungs- und Technologieorganisation übernimmt unabhängige Prüfungen und Umweltanalysen.

Dabei wird angenommen, dass die Tätigkeiten der beiden Unternehmen als industrielle Forschung gelten und die Forschungseinrichtung förderfähige nichtwirtschaftliche Arbeiten durchführt.

Tabelle 4. Beispielhafte Finanzierung eines gemeinschaftlichen Forschungsprojekts zur nachhaltigen Arzneimittelherstellung

Projektpartner Förderfähige Projektkosten Förderquote Beantragter Zuschuss Eigenanteil des Partners
Kleines britisches Technologieunternehmen 600.000 £ 70 Prozent 420.000 £ 180.000 £
Mittelständisches Industrieunternehmen 500.000 £ 60 Prozent 300.000 £ 200.000 £
Forschungs- und Technologieorganisation 200.000 £ 100 Prozent 200.000 £ 0 £
Gesamt 1.300.000 £ Unterschiedliche Förderquoten 920.000 £ 380.000 £

Diese Tabelle zeigt ein beispielhaftes Finanzierungsmodell. Sie beschreibt weder ein tatsächlich gefördertes Projekt noch einen von Innovate UK bewilligten Haushalt.

In diesem Szenario führt das Konsortium förderfähige Forschungsarbeiten im Gesamtwert von 1,3 Millionen Pfund Sterling durch und beantragt dafür öffentliche Zuschüsse in Höhe von 920.000 Pfund Sterling. Die beiden Unternehmen bringen zusammen 380.000 Pfund Sterling Eigenmittel ein. Die Forschungseinrichtung erhält unter den getroffenen Annahmen eine vollständige Finanzierung ihrer förderfähigen nichtwirtschaftlichen Tätigkeiten.

Der größte Projektpartner trägt ungefähr 46,2 Prozent der förderfähigen Projektkosten und bleibt damit unter der Grenze von 70 Prozent für eine einzelne Organisation. Der Anteil der Forschungseinrichtung beträgt rund 15,4 Prozent und liegt somit unter der Grenze von 30 Prozent für nichtwirtschaftliche Forschungstätigkeiten.

Auch der beantragte Zuschuss liegt innerhalb der zulässigen Förderspanne.

Eine passende Finanzierungsstruktur allein würde jedoch nicht ausreichen, um eine Bewilligung zu erhalten. Die Antragsteller müssten zusätzlich den vorgeschriebenen technologischen Entwicklungsstand, den geplanten technischen Fortschritt, die Umweltvorteile, die wirtschaftliche Machbarkeit und die Einhaltung sämtlicher weiterer Förderbedingungen nachweisen.

Das Beispiel zeigt außerdem, weshalb die Formulierung bis zu 1 Million Pfund Sterling nicht mit einer vollständig öffentlich finanzierten Investition von einer Million gleichgesetzt werden darf. Das Projekt kann erhebliche private Beiträge erfordern, und die Unternehmen müssen in der Lage sein, ihren jeweiligen Anteil zu finanzieren.

Auch der zeitliche Verlauf der Ausgaben muss berücksichtigt werden. Fördermittel von Innovate UK werden normalerweise entsprechend den geltenden Förderbedingungen auf Grundlage nachgewiesener förderfähiger Ausgaben abgerechnet. Sie werden nicht uneingeschränkt und vollständig zu Projektbeginn ausgezahlt. Die Unternehmen benötigen deshalb ausreichende liquide Mittel, um Löhne, Materialien, Unteraufträge und Demonstrationsversuche vorzufinanzieren, bevor die entsprechenden Förderzahlungen eingehen.

Welche Forschungs- und Herstellungskosten sind förderfähig?

Für das Programm gelten die allgemeinen Bestimmungen von Innovate UK über förderfähige Projektkosten, soweit die besonderen Wettbewerbsbedingungen keine abweichenden Regelungen enthalten.

Personalausgaben dürften bei vielen pharmazeutischen Innovationsprojekten einen erheblichen Teil des Budgets ausmachen. Zu den förderfähigen Arbeitskosten können die Tätigkeiten von Chemikern, Ingenieuren, analytischen Fachkräften, Biotechnologieforschern, Projektverantwortlichen und weiteren unmittelbar an den Forschungsarbeiten beteiligten Beschäftigten gehören. Diese Kosten müssen nach dem von Innovate UK vorgeschriebenen Verfahren berechnet und durch geeignete Unterlagen nachgewiesen werden.

Darüber hinaus kann das Programm förderfähige Gemeinkosten, Materialien, die projektbezogene Nutzung von Anlagen, Unteraufträge, notwendige Dienstreisen und bestimmte weitere unmittelbar dem Projekt zuzurechnende Ausgaben berücksichtigen.

Für Pharmaunternehmen können dazu verbrauchte Reagenzien, Enzyme, Katalysatoren, Labormaterialien, spezialisierte Analysen, Versuche in Pilotanlagen und technische Dienstleistungen gehören, die zur Überprüfung der Technologie erforderlich sind.

Die Förderfähigkeit hängt jedoch stets davon ab, wie eine Ausgabe entsteht und wofür sie verwendet wird.

Der Kauf eines neuen industriellen Reaktors für 250.000 Pfund Sterling bedeutet beispielsweise nicht automatisch, dass der gesamte Anschaffungspreis förderfähig ist. Wird die Anlage als Anlagevermögen erfasst, kann sich der anrechenbare Betrag auf die Abschreibung beschränken, die ihrer tatsächlichen Nutzung während des Forschungsprojekts entspricht.

Ebenso können Materialien, die bei Experimenten verbraucht werden, förderfähig sein. Dagegen können Ausgaben für die gewöhnliche gewerbliche Produktion oder den laufenden Geschäftsbetrieb ausgeschlossen sein.

Unteraufträge müssen notwendig, angemessen und nachvollziehbar begründet sein. Ein Unternehmen kann externe Fachleute benötigen, um chemische Verunreinigungen zu analysieren, Umweltwirkungen zu untersuchen oder besondere technische Prüfungen vorzunehmen. Ein hoher Anteil an Unteraufträgen darf jedoch eine tatsächliche Zusammenarbeit zwischen den wesentlichen Projektpartnern nicht ersetzen.

Außerdem muss ausgeschlossen werden, dass Ausgaben doppelt abgerechnet werden. Dies betrifft insbesondere Gemeinkosten, die bereits in einer anderen Kostenposition berücksichtigt wurden.

Eine Forschungsförderung darf nicht mit einer frei verwendbaren Investitionsbeihilfe verwechselt werden. Der gewöhnliche Neubau von Fabriken, die Planung von Infrastruktur ohne geeignete technologische Demonstration und der übliche Austausch vorhandener Maschinen zählen nicht zu den zentralen Zielen dieses Programms.

Antragsteller sollten ihren Finanzierungsplan deshalb ausgehend von den Arbeitspaketen entwickeln, die zur Weiterentwicklung und Überprüfung der Innovation erforderlich sind. Es wäre dagegen wenig sinnvoll, zunächst eine Liste gewünschter Maschinen zusammenzustellen und anschließend zu versuchen, deren Anschaffung als Forschungsausgabe einzuordnen.

Grüne Chemie: Die Umweltbelastung der pharmazeutischen Synthese verringern

Die grüne Chemie bildet den ersten großen technologischen Förderschwerpunkt. Dazu gehören Innovationen, die den Einsatz gefährlicher Chemikalien verringern, die Reaktionseffizienz verbessern, umweltbelastende Stoffe ersetzen und nachhaltigere Herstellungswege für pharmazeutische Wirkstoffe schaffen.

Die Arzneimittelherstellung kann komplexe mehrstufige Synthesen erfordern, insbesondere bei niedermolekularen Wirkstoffen. Mehrere chemische Reaktionen, Reinigungsstufen und Lösungsmittelwechsel können notwendig sein, bevor ein Stoff die für seine Weiterverarbeitung erforderliche Reinheit erreicht.

Die Umweltwirkungen eines Verfahrens hängen deshalb nicht nur von der abschließenden chemischen Reaktion ab, sondern auch von sämtlichen Ressourcen, die entlang des Herstellungsweges verbraucht werden.

Die Biokatalyse bietet hierfür einen vielversprechenden Ansatz. Enzyme können hochselektive Reaktionen unter Bedingungen ermöglichen, die sich von herkömmlichen chemischen Produktionsverfahren unterscheiden. In geeigneten Anwendungen können biokatalytische Verfahren den Bedarf an bestimmten Reagenzien verringern, die Selektivität verbessern und nachfolgende Reinigungsschritte vereinfachen.

Diese Vorteile entstehen allerdings nicht automatisch. Die Stabilität der Enzyme, die Konzentration der Reaktionspartner, die Herstellung der Katalysatoren, die Anforderungen an Trennverfahren und die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprozesses bestimmen gemeinsam, ob tatsächlich ein industrieller Nutzen entsteht.

Ein weiterer vielversprechender Bereich ist die kontinuierliche Durchflusschemie. Dabei werden chemische Reaktionen fortlaufend durchgeführt, anstatt ausschließlich herkömmliche Chargenverfahren zu verwenden. Kontinuierliche Verfahren können eine präzisere Reaktionsführung, einen effizienteren Wärmeaustausch und den Einsatz kompakterer Anlagen ermöglichen. Gleichzeitig können erhebliche technische Schwierigkeiten bei der Handhabung fester Stoffe, bei Ablagerungen, bei der Prozessregelung und bei Reinigungsarbeiten entstehen.

Im aktuellen Förderwettbewerb müsste ein Vorhaben zur Durchflusschemie mehr nachweisen als die allgemeinen Vorzüge einer kontinuierlichen Herstellung. Erforderlich wären eine eindeutig beschriebene Innovation, ein ausreichend hoher technologischer Ausgangsstand und messbare Leistungsverbesserungen mit unmittelbarem Bezug zur Arzneimittelproduktion.

Nachhaltige Lösungsmittel stellen einen weiteren wichtigen Forschungsbereich dar. Herkömmliche pharmazeutische Verfahren sind bei Synthese, Extraktion, Reinigung, Kristallisation und Anlagenreinigung häufig auf organische Lösungsmittel angewiesen. Werden Lösungsmittel aus fossilen Rohstoffen durch erneuerbare Alternativen ersetzt, können sich die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus möglicherweise verringern. Der Ersatzstoff muss jedoch gleichzeitig die pharmazeutischen Qualitätsanforderungen erfüllen.

Reinheit, verbleibende Verunreinigungen, Wassergehalt, Stabilität, Verträglichkeit mit bestehenden Verfahren und der Energiebedarf der Reinigung beeinflussen, ob ein neues Lösungsmittel tatsächlich eingesetzt werden kann.

Der Förderschwerpunkt grüne Chemie umfasst außerdem neue chemische Katalyseverfahren, lösungsmittelfreie Prozesse, die biologische Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe und Alternativen zur traditionellen Festphasensynthese.

Besonders überzeugend ist für Antragsteller in der Regel eine genau definierte Prozessänderung, deren Auswirkungen gegenüber einem bestehenden und nachvollziehbaren Herstellungsverfahren messbar sind.

Kreislauforientierte Herstellung: Lösungsmittelrückgewinnung, Wasserwiederverwendung und Materialeffizienz

Der zweite Förderschwerpunkt ist die Kreislaufwirtschaft. Sie soll den Ressourcenverbrauch und das Abfallaufkommen verringern, indem Materialien möglichst lange produktiv genutzt werden.

In der pharmazeutischen Herstellung entstehen dabei besondere technische Herausforderungen, die sich von denen vieler anderer Industriezweige unterscheiden. Materialien können mit Wirkstoffen, giftigen Reagenzien, biologischen Produkten oder empfindlichen Zwischenverbindungen in Berührung kommen. Die Rückgewinnung eines Materials bedeutet daher nicht automatisch, dass es wiederverwendet werden darf.

Die Rückgewinnung von Lösungsmitteln veranschaulicht diese Schwierigkeit besonders deutlich.

Ein pharmazeutischer Produktionsstandort kann erhebliche Mengen lösungsmittelhaltiger Abfallströme erzeugen. Eine Rückgewinnungsanlage könnte wertvolle chemische Stoffe daraus abtrennen und für geeignete Anwendungen erneut bereitstellen. Dadurch ließe sich der Bedarf an neu beschafften Lösungsmitteln verringern.

Allerdings müssen die zurückgewonnenen Lösungsmittel die jeweils geltenden Spezifikationen erfüllen. Verbleibende Verunreinigungen, Abbauprodukte und die mögliche Anreicherung unerwünschter Stoffe müssen verstanden und zuverlässig kontrolliert werden.

Ein gefördertes Demonstrationsprojekt könnte ein neuartiges Membrantrennverfahren, eine effizientere Reinigungskonfiguration oder eine kombinierte Rückgewinnungstechnologie untersuchen, die den Energiebedarf herkömmlicher Trennmethoden reduziert.

Die Umweltbewertung sollte den gesamten Rückgewinnungsprozess berücksichtigen, anstatt sich ausschließlich auf die Menge des gesammelten Lösungsmittels zu konzentrieren.

Ein System, das zwar mehr Lösungsmittel zurückgewinnt, für dessen Reinigung jedoch übermäßig viel Energie benötigt, kann einen geringeren Umweltvorteil bieten, als die reine Rückgewinnungsquote zunächst vermuten lässt.

Bei der Wiederverwendung von Wasser bestehen ähnliche Herausforderungen. Pharmazeutische Produktionsanlagen benötigen Wasser unter anderem für die Reinigung, Formulierung, Vorbereitung von Geräten und verschiedene Herstellungsprozesse. Innovative Aufbereitungs- und Wiederverwendungstechnologien können den Frischwasserbedarf senken, müssen aber die Qualitätsanforderungen der vorgesehenen Verwendung einhalten.

Wasser, das für einen technischen Hilfsprozess zurückgewonnen wird, eignet sich nicht automatisch für Anwendungen mit unmittelbarem Produktkontakt. Das Projekt muss die erforderliche Wasserqualität, die Überwachungsverfahren, die Maßnahmen zur Vermeidung von Verunreinigungen und die geltenden regulatorischen Anforderungen festlegen.

Kreislauforientierte Verfahren können außerdem Kunststoffe, pharmazeutische Verpackungen und Komponenten der biotechnologischen Herstellung betreffen. Innovative Lösungen können Recyclingverfahren, den Ersatz von Materialien, verbesserte Trenntechnologien oder Prozesse umfassen, die die Abhängigkeit von bestimmten Einwegmaterialien reduzieren.

In all diesen Bereichen bleiben die Sicherheit der Arzneimittel und die Herstellungsqualität unverzichtbar. Ein Umweltvorteil darf nicht unabhängig von Kontaminationsrisiken, Materialverträglichkeit und den praktischen Anforderungen einer streng regulierten Produktion beurteilt werden.

Produktivität und Ressourceneffizienz: Die Bedeutung digitaler Fertigungstechnologien

Der dritte Förderschwerpunkt zielt darauf ab, Produktivität und Ressourceneffizienz durch technologische Innovationen zu verbessern.

In der Pharmaindustrie bedeutet höhere Produktivität nicht zwangsläufig, mit weniger Beschäftigten mehr Arzneimittel herzustellen. Sie kann darin bestehen, den Anteil einwandfreier Erzeugnisse zu erhöhen, fehlerhafte Produktionschargen zu vermeiden, Anlagen besser auszulasten, Entwicklungszeiten zu verkürzen und unnötigen Verbrauch von Chemikalien, Energie oder Materialien zu verhindern.

Kontinuierliche Herstellungsverfahren, Prozessintensivierung, Automatisierung, Robotik, künstliche Intelligenz und fortschrittliche Analysesysteme können dazu beitragen.

Besonders relevant ist die prozessbegleitende Analysentechnik, häufig mit der Abkürzung PAT bezeichnet. Anstatt sich ausschließlich auf Laboruntersuchungen zu verlassen, deren Ergebnisse erst mit zeitlicher Verzögerung vorliegen, können Hersteller Messwerte direkt während der Produktion erfassen und damit wichtige Prozessbedingungen besser verstehen.

Ein genaueres Überwachungssystem kann Abweichungen früher erkennen, die Prozessregelung unterstützen und das Risiko verringern, dass ungeeignetes Material unnötig weitere Herstellungsschritte durchläuft.

Digitale Zwillinge können ähnliche Ziele verfolgen, indem sie Produktionsprozesse in einer rechnergestützten Umgebung abbilden. Je nach Technologie kann ein digitales Modell Forschern helfen, Betriebsbedingungen zu untersuchen, das Prozessverhalten vorherzusagen oder Änderungen zu bewerten, bevor physische Versuche durchgeführt werden.

Ein digitales Modell ist jedoch nicht von sich aus nachhaltig. Der behauptete Umweltvorteil muss durch Nachweise belegt werden, dass seine Verwendung tatsächlich zu einer relevanten Verbesserung führt.

Wenn beispielsweise ein automatisiertes System zur Prozessoptimierung die Zahl der Versuche verringert, die zur Ermittlung geeigneter Betriebsbedingungen erforderlich sind, sollte der Antragsteller den dadurch vermiedenen Material- und Energieverbrauch beziffern. Reduziert ein Überwachungssystem Produktionsverluste, sollte das Vorhaben die ursprüngliche Verlustquote und das Verfahren zur Messung der Verbesserung festlegen.

Projekte mit künstlicher Intelligenz müssen zudem die Datenqualität, Zuverlässigkeit der Modelle, Validierung und praktische Einbindung der Ergebnisse in eine regulierte Produktionsumgebung berücksichtigen.

Der Wettbewerb kann digitale Innovationen unterstützen. Ein Projekt, das lediglich eine allgemeine Programmentwicklung vorsieht und keinen überzeugenden Bezug zur nachhaltigen Arzneimittelherstellung aufweist, dürfte jedoch nur schwer nachweisen können, dass es den Förderzielen entspricht.

Technologiereifegrade: Warum frühe Laborforschung möglicherweise nicht förderfähig ist

Eine der charakteristischsten Voraussetzungen des zweiten CR&D-Wettbewerbs betrifft den technologischen Mindestentwicklungsstand.

Das Programm verlangt, dass die Technologien mindestens den Technologiereifegrad TRL 6 erreicht haben und während der Projektlaufzeit um mindestens zwei Technologiereifegrade weiterentwickelt werden.

TRL 6 beschreibt im Allgemeinen eine Technologie, deren Funktionsfähigkeit in einer relevanten, für den späteren Einsatz repräsentativen Umgebung nachgewiesen wurde. Dieser Entwicklungsstand liegt deutlich über einer ersten wissenschaftlichen Idee oder einem grundlegenden Funktionsnachweis im Labor.

Bei einer Technologie zur Lösungsmittelrückgewinnung könnten geeignete Nachweise beispielsweise aus dem bisherigen Betrieb einer repräsentativen Pilotanlage stammen, in der Materialien verarbeitet wurden, die den in der Pharmaindustrie verwendeten Stoffen vergleichbar sind.

Bei einem biokatalytischen Herstellungsverfahren könnten ausreichende Reaktions- und Verarbeitungsdaten belegen, dass die Technologie über erste kleinmaßstäbliche Laborversuche hinaus funktioniert.

Ein Unternehmen, das lediglich bei Voruntersuchungen ein vielversprechendes Enzym oder Membranmaterial identifiziert hat, könnte sich deshalb noch in einem zu frühen Entwicklungsstadium für diesen Wettbewerb befinden.

Umgekehrt könnte eine bereits auf TRL 6 nachgewiesene Technologie ein strukturiertes Entwicklungsprogramm bis TRL 8 vorsehen, sofern das Projekt die dafür notwendigen Prüfungs- und Validierungsschritte innerhalb der vorgesehenen Laufzeit tatsächlich durchführen kann.

Die Antragsteller müssen außerdem die wirtschaftliche Einsatzreife berücksichtigen. Eine erfolgreiche technische Demonstration beweist nicht automatisch, dass eine Technologie bereits vermarktet werden kann.

Für den Markteintritt können zusätzliche regulatorische Arbeiten, Produktionsinvestitionen, Qualifizierungsverfahren bei Kunden, die Integration in bestehende Anlagen oder Nachweise einer ausreichenden Wirtschaftlichkeit erforderlich sein.

Ein überzeugender Antrag sollte deshalb zwei miteinander verbundene Entwicklungspfade erklären: wie die Technologie technisch vorangebracht wird und wie die Förderung die Hindernisse für eine spätere kommerzielle Nutzung verringert.

Gerade in der Pharmaindustrie ist dies von besonderer Bedeutung, weil die industrielle Einführung selbst bei technisch funktionierenden Verfahren umfangreiche Validierungen und regulatorische Arbeiten erfordern kann.

Reale britische Projekte zur nachhaltigen Arzneimittelherstellung

Das umfassendere Sustainable Medicines Manufacturing Innovation Programme hat bereits Projekte unterstützt, die die für den aktuellen Wettbewerb relevanten Technologien und Kooperationsformen veranschaulichen.

Im März 2025 gab Innovate UK Business Connect bekannt, dass 14 gemeinschaftliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte Fördermittel aus einem Gesamtvolumen von 13 Millionen Pfund Sterling erhalten hatten. Die Projekte befassten sich mit grüner Chemie, Kreislaufwirtschaft sowie Produktivität und Ressourceneffizienz.

Daneben wurden neun größere strategische Forschungsprojekte im Rahmen der sogenannten Grand Challenges gefördert. Laut dem im Februar 2026 veröffentlichten Projektverzeichnis wurden dafür mehr als 61 Millionen Pfund Sterling an öffentlichen Fördermitteln zugesagt und industrielle Kofinanzierungen von über 16 Millionen Pfund Sterling mobilisiert.

Diese Vorhaben sind wichtige Beispiele, aber es handelt sich nicht um Bewilligungen aus dem derzeit geöffneten zweiten CR&D-Wettbewerb. Die finanziellen Obergrenzen und Projektanforderungen der früheren Gemeinschaftsprojekte und der größeren Grand-Challenges-Vorhaben unterscheiden sich.

Tabelle 5. Bestätigte britische Projekte zur nachhaltigen Arzneimittelherstellung

Federführende Organisation Projekt oder Technologie Bestätigte Finanzierungsangaben Wesentliche Innovation
HydRegen Ltd Bio2Amine-Fampridine Förderempfänger eines früheren gemeinschaftlichen Forschungswettbewerbs; Einzelbetrag in der untersuchten Bekanntmachung nicht angegeben Biokatalytische Herstellung eines pharmazeutischen Wirkstoffs
EnsiliTech gemeinsam mit CPI Antibodies Unchained 1,4 Millionen Pfund Sterling aus dem früheren Programm Stabilisierung von Antikörpern zur Verringerung der Abhängigkeit von der Kühlkette
Proxisense Ltd Project SENSE, LiquiSensor Förderempfänger eines früheren gemeinschaftlichen Forschungswettbewerbs; Einzelbetrag in der untersuchten Bekanntmachung nicht angegeben Kontinuierliche Überwachung von Prozessen und Lösungsmitteln
Exactmer Industrialising UK Bio-Based Solvents 7.316.907 Pfund Sterling aus dem Grand-Challenges-Förderbereich Erneuerbare Lösungsmittel in pharmazeutischer Qualität und fortschrittliche Reinigung
AstraZeneca UK A Sustainable Future Factory 9.781.258 Pfund Sterling aus dem Grand-Challenges-Förderbereich Robotik, Automatisierung, künstliche Intelligenz und verbesserte Herstellungsverfahren
Origin Peptides Environmental Peptide Production 6.411.241 Pfund Sterling aus dem Grand-Challenges-Förderbereich Peptidsynthese in wässrigem Medium und industrielle Maßstabsübertragung

Die Beträge entsprechen veröffentlichten Förderbewilligungen oder Finanzierungszusagen für frühere Projekte des umfassenderen Programms. Es handelt sich nicht um Förderungen aus dem zweiten CR&D-Wettbewerb. Die angestrebten Projektziele dürfen nicht als bereits abgeschlossene und unabhängig überprüfte Ergebnisse dargestellt werden.

HydRegen: Entwicklung eines biokatalytischen Herstellungswegs für pharmazeutische Wirkstoffe

HydRegen zeigt, wie ein spezialisiertes britisches Technologieunternehmen durch eine klar definierte chemische Innovation zu einer umweltverträglicheren Arzneimittelherstellung beitragen kann.

Das gemeinsam mit Drochaid entwickelte Projekt Bio2Amine-Fampridine gehörte zu den geförderten Vorhaben eines früheren Wettbewerbs für gemeinschaftliche Forschung und Entwicklung im Bereich nachhaltiger Arzneimittelherstellung.

Das Projekt nutzt die biokatalytische Technologie von HydRegen, um einen Herstellungsweg für einen pharmazeutischen Wirkstoff zu untersuchen. Zu den angestrebten Vorteilen gehören eine geringere Abhängigkeit von Metallkatalysatoren sowie eine Verbesserung der Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit des Prozesses.

Diese Art der Forschung passt besonders gut zum Förderschwerpunkt grüne Chemie, weil sie auf eine konkrete Veränderung eines Herstellungsprozesses ausgerichtet ist und nicht lediglich allgemeine Umweltschutzmaßnahmen behandelt.

Damit ein biokatalytisches Verfahren industriell nutzbar ist, muss es eine geeignete Selektivität, Ausbeute, Kontrolle der Verunreinigungen und gleichbleibende Produktionsqualität erreichen. Diese Eigenschaften entscheiden darüber, ob die Technologie tatsächlich mit herkömmlichen Herstellungswegen konkurrieren kann.

Für künftige Antragsteller verdeutlicht HydRegen den Nutzen einer genauen Eingrenzung des pharmazeutischen Prozesses, der Ermittlung seiner technischen Schwachstellen und der Entwicklung einer messbaren Alternative.

Die offizielle Bekanntmachung bestätigt das Projekt und seine Beteiligung am früheren Förderprogramm. Sie belegt jedoch weder einen gesondert überprüften individuellen Förderbetrag noch bereits endgültig erzielte wirtschaftliche Ergebnisse.

EnsiliTech und CPI: Die Abhängigkeit von der Kühlkette reduzieren

Ein weiteres wichtiges Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen EnsiliTech und CPI, die im Rahmen des Sustainable Medicines Manufacturing Innovation Programme von Innovate UK eine Förderung von 1,4 Millionen Pfund Sterling erhielt.

Das Projekt untersucht die Ensilication-Technologie von EnsiliTech. Diese soll Arzneimittel auf Antikörperbasis stabilisieren und ihre Abhängigkeit von einer temperaturkontrollierten Lagerung und Beförderung verringern.

Als beispielhafter therapeutischer Wirkstoff dient Trastuzumab, ein monoklonaler Antikörper, der bei der Behandlung bestimmter Krebserkrankungen eingesetzt wird.

Viele biologische Arzneimittel reagieren empfindlich auf Lagerungs- und Transportbedingungen. Die Einhaltung geeigneter Temperaturen kann energieintensive Infrastruktur, Überwachungssysteme, besondere Verpackungen und zusätzliche Logistikausgaben erfordern.

Eine Technologie, die die Stabilität solcher Produkte auch unter weniger anspruchsvollen Lagerbedingungen gewährleistet, könnte einen Teil dieser Anforderungen reduzieren. Sie könnte außerdem Arzneimittelverluste verringern, die durch Unterbrechungen der Kühlkette entstehen.

Die Zusammenarbeit mit CPI soll die technische Machbarkeit einer Integration des Stabilisierungsverfahrens in die Antikörperherstellung untersuchen. Zu den geplanten Arbeiten gehören auch Kostenanalysen und eine Ökobilanzierung.

Die Unterscheidung zwischen Förderbewilligung und nachgewiesenem Ergebnis ist dabei entscheidend. Die bestätigte Förderung von 1,4 Millionen Pfund Sterling belegt, dass Mittel für die technologische Entwicklung und Bewertung bereitgestellt wurden. Sie beweist für sich genommen weder eine bereits abgeschlossene industrielle Einführung noch eine bestimmte Menge tatsächlich vermiedener Treibhausgasemissionen.

Das Beispiel zeigt dennoch, dass nachhaltige Arzneimittelherstellung über die reine Wirkstoffsynthese hinausgeht. Auch Arzneimittelformulierungen, Lagerungsanforderungen und der gesamte Weg von der Herstellung bis zur Auslieferung können eine Rolle spielen.

Exactmer: Entwicklung biobasierter Lösungsmittel in pharmazeutischer Qualität

Exactmer leitet eines der größeren Grand-Challenges-Projekte. Für die Industrialisierung biobasierter Lösungsmittel wurde eine Förderung von 7.316.907 Pfund Sterling bestätigt.

Der veröffentlichte Gesamtwert des Projekts beträgt ungefähr 9,29 Millionen Pfund Sterling. Beteiligt sind Technologieanbieter, Chemieunternehmen, Partner aus der Pharmaindustrie und Forschungseinrichtungen.

Zu den Projektpartnern gehören Celtic Renewables, CPI, Croda, Cytiva, OXCCU, die Queen Mary University of London und die University of Leeds. GSK beteiligt sich als strategischer Partner, ohne für dieses Projekt eigene Fördermittel zu erhalten.

Im Mittelpunkt stehen biobasierte Alternativen zu herkömmlichen Lösungsmitteln fossilen Ursprungs. Dazu gehören unter anderem Stoffe aus dem Bereich Acetonitril, Aceton und Heptan.

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die für die pharmazeutische Herstellung erforderlichen Reinheits- und Wassergehaltsvorgaben einzuhalten, ohne die möglichen Umweltvorteile durch übermäßig hohe Reinigungs- und Energiekosten aufzuheben.

Das Konsortium plant den Einsatz fortschrittlicher Membranreinigungsverfahren und die Demonstration der Lösungsmittel unter realitätsnahen Bedingungen der Arzneimittelherstellung.

Als erklärtes Ziel wird eine Verringerung der Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus um mindestens 60 Prozent gegenüber herkömmlichen vergleichbaren Lösungsmitteln angestrebt.

Diese Zahl beschreibt ein Projektziel und kein bereits abgeschlossenes, unabhängig bestätigtes Ergebnis.

Das Exactmer-Projekt verdeutlicht besonders anschaulich das Zusammenspiel von chemischer Innovation, Entwicklung industrieller Lieferketten und praktischer Einführung. Ein erneuerbarer Rohstoff kann erhebliche Umweltvorteile bieten. Er muss jedoch auch wirtschaftlich verfügbar, mit vorhandenen Anlagen verträglich und in der Lage sein, die pharmazeutischen Qualitätsanforderungen zu erfüllen.

AstraZeneca: Eine nachhaltigere Arzneimittelfabrik entwickeln

AstraZeneca UK leitet das Grand-Challenges-Projekt A Sustainable Future Factory, das mit 9.781.258 Pfund Sterling gefördert wird.

Das Konsortium vereint große Pharmaunternehmen, spezialisierte Technologieanbieter und mehrere Forschungseinrichtungen. Das Entwicklungsprogramm umfasst Automatisierung, Robotik, künstliche Intelligenz, fortschrittliche Analyseverfahren und verschiedene Ansätze zur Verbesserung der industriellen Effizienz.

Das Projekt untersucht, wie selbstoptimierende Reaktoren, automatisierte Experimente und eine datengestützte Prozessüberwachung dazu beitragen können, Abfälle zu verringern und die pharmazeutische Herstellung effizienter zu gestalten.

Besonders bedeutsam ist dabei die Form der industriellen Zusammenarbeit.

Große Pharmaunternehmen können tatsächliche betriebliche Anforderungen, Produktionserfahrung und Zugang zu geeigneten industriellen Umgebungen einbringen. Kleinere Unternehmen können spezialisierte Technologien bereitstellen, deren vollständige Entwicklung innerhalb eines einzelnen Industriebetriebs schwierig wäre.

Forschungseinrichtungen können wiederum bei analytischer Validierung, Modellierung, Verfahrenstechnik und unabhängigen Messungen unterstützen.

Obwohl die Förderung des Grand-Challenges-Projekts von AstraZeneca die Obergrenzen des aktuellen zweiten Wettbewerbs überschreitet, bleibt das zugrunde liegende Kooperationsmodell auch für kleinere gemeinschaftliche Forschungsprojekte lehrreich.

Die Förderbewilligung bestätigt das Entwicklungsprogramm. Sie ist jedoch kein Beweis dafür, dass sämtliche vorgeschlagenen Technologien bereits die erwarteten Einsparungen an Abfällen oder Energie erreicht haben.

Origin Peptides: Neue Wege für die Peptidherstellung

Origin Peptides leitet das Grand-Challenges-Projekt Environmental Peptide Production, für das 6.411.241 Pfund Sterling bewilligt wurden.

Zu den Projektpartnern gehören CPI, New Gradient und die Queen Mary University of London.

Das Projekt befasst sich mit den Umweltproblemen der Peptidherstellung. Es entwickelt einen neuartigen Syntheseansatz in wässrigem Medium sowie Technologien, die für eine industrielle Produktion geeignet sein sollen.

Bei der Herstellung von Peptiden können erhebliche Mengen an Reagenzien und Lösungsmitteln benötigt werden, insbesondere wenn komplexe Synthese- und Reinigungsschritte erforderlich sind. Neue Verfahren, die den Bedarf an ressourcenintensiven chemischen Prozessen reduzieren, könnten deshalb bedeutende Vorteile bieten.

Nach der veröffentlichten Projektbeschreibung wurde die Technologie von Origin Peptides bereits in kleinem Maßstab im Labor demonstriert. Das umfangreichere geförderte Vorhaben soll das Verfahren und die zugehörigen Anlagen nun in Richtung industrieller Produktion weiterentwickeln.

Zwischen einer im Labor nachgewiesenen Methode und einem industriell einsetzbaren pharmazeutischen Herstellungsverfahren besteht ein erheblicher Unterschied. Eine erfolgreiche Maßstabsübertragung muss die Gleichmäßigkeit der Reaktionen, die Reinigung, die Produktqualität, die Prozessregelung, die Anlagenkonstruktion und die gesamte Wirtschaftlichkeit berücksichtigen.

Dieser Fall verdeutlicht ebenfalls, weshalb Antragsteller bereits nachgewiesene Leistungen klar von erwarteten künftigen Ergebnissen unterscheiden müssen.

Umweltverbesserungen messen: Welche Nachweise überzeugende Förderanträge benötigen

Eine entscheidende Anforderung des zweiten CR&D-Wettbewerbs besteht darin, dass Aussagen über Nachhaltigkeit durch Ausgangsmessungen und eindeutig definierte Kennzahlen belegt werden müssen.

Diese Vorgabe hat erhebliche Auswirkungen auf die Projektplanung.

Ein Antrag, der eine umweltverträglichere Arzneimittelherstellung verspricht, aber nicht erklärt, wie die Verbesserung gemessen werden soll, lässt einen wesentlichen Teil der technischen Argumentation unbeantwortet.

Antragsteller sollten ein nachvollziehbares Referenzverfahren festlegen und erläutern, wie die neue Technologie damit verglichen wird. Idealerweise sollte der Vergleich auf einer gleichwertigen Menge pharmazeutischer Erzeugnisse beruhen, die dieselben maßgeblichen Qualitätsanforderungen erfüllen.

Bei der Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe können geeignete Kennzahlen unter anderem den Energieverbrauch je Kilogramm einwandfreien Produkts, die gesamte eingesetzte Materialmenge je Kilogramm Produkt, den Lösungsmittelverbrauch, die Qualität zurückgewonnener Lösungsmittel und das Abfallaufkommen während der Verarbeitung umfassen.

Besonders nützlich für die Bewertung des Materialverbrauchs ist die Prozessmassenintensität, die häufig mit PMI abgekürzt wird. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen der gesamten eingesetzten Materialmasse und der erhaltenen Produktmenge.

Bei Projekten zur Wasserrückgewinnung können der Frischwasserverbrauch, die Qualität des zurückgewonnenen Wassers, der Energiebedarf der Aufbereitung und der Anteil des Wassers gemessen werden, der sich tatsächlich für die vorgesehene Wiederverwendung eignet.

Bei biotechnologischen Herstellungsverfahren können die Produktmenge, die Dauer des Produktionszyklus, der Verbrauch von Nährmedien, Abfälle aus Verbrauchsmaterialien, verworfene Chargen und der Energiebedarf der Verarbeitung und Reinigung als Leistungskennzahlen dienen.

Die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks erfordert zusätzliche Sorgfalt. Ein geringerer unmittelbarer Energieverbrauch in einer Fabrik bedeutet nicht zwangsläufig eine entsprechende Verringerung der gesamten Lebenszyklusemissionen.

Benötigt ein alternatives Lösungsmittel beispielsweise während der pharmazeutischen Synthese weniger Energie, aber wesentlich mehr Energie für seine eigene Herstellung oder Reinigung, kann sich das gesamte Umweltergebnis deutlich von der zunächst sichtbaren Verbesserung am Produktionsstandort unterscheiden.

Eine Ökobilanz kann helfen, solche Zielkonflikte zu erkennen, indem sie ein umfassenderes Spektrum von Stoffströmen, Emissionen und Prozessschritten betrachtet.

Soweit erforderlich, sollten die Antragsteller auch die Qualität der verfügbaren Daten, Unsicherheiten ihrer Berechnungen und die Annahmen erläutern, die dem Vergleich zwischen der geplanten Technologie und dem Referenzverfahren zugrunde liegen.

Messbare Ziele sollten ehrgeizig, aber glaubwürdig sein. Ein Vorhaben, das außergewöhnlich hohe Einsparungen ohne ausreichende Belege verspricht, kann weniger überzeugen als ein Projekt mit moderateren Verbesserungen, die durch belastbare Versuchsdaten gestützt werden.

Beispielsweise könnte ein Antragsteller vorsehen, den Lösungsmittelbedarf je Kilogramm einwandfreien Produkts zu reduzieren. Das Vorhaben sollte dann den ursprünglichen Verbrauch, die angestrebte Verbesserung, die Versuchsbedingungen, die Messmethode und die erforderlichen Nachweise zur Ergebnisüberprüfung festlegen.

Beruht die erwartete Verbesserung auf einer Modellrechnung und nicht auf bereits abgeschlossenen Versuchen, muss der Antrag das Ergebnis als Prognose kennzeichnen und erklären, wie es innerhalb des Projekts überprüft werden soll.

Diese Genauigkeit ist unerlässlich, denn Innovate UK finanziert technologische Entwicklung und nicht bloß gute Umweltabsichten.

Regulatorische Anforderungen können über die industrielle Einführung einer Innovation entscheiden

Die Arzneimittelherstellung unterliegt strengen gesetzlichen und behördlichen Vorschriften. Jede Technologie, die einen Herstellungsprozess verändert, kann Fragen zur Produktqualität, zu Verunreinigungen, zur Validierung, zur Prozessregelung oder zum arzneimittelrechtlichen Status aufwerfen.

Der Förderwettbewerb verlangt ausdrücklich, dass die Antragsteller regulatorische Hindernisse berücksichtigen und erklären, wie sie diese bewältigen wollen.

In der grünen Chemie kann die Veränderung eines Synthesewegs das Verunreinigungsprofil oder andere wichtige Eigenschaften eines pharmazeutischen Wirkstoffs beeinflussen. Selbst wenn das neue Verfahren umweltverträglicher ist, muss es weiterhin die entsprechenden Qualitätsvorgaben erfüllen.

Bei der Lösungsmittelrückgewinnung müssen Hersteller möglicherweise nachweisen, dass zurückgewonnene Stoffe festgelegte Reinheitsanforderungen erfüllen und ihre Wiederverwendung keine unzulässigen Verunreinigungen verursacht.

Bei kontinuierlichen Herstellungsverfahren können geeignete Regelungssysteme, Rückverfolgbarkeit, Materialhandhabung und Verfahren zur Behandlung von Prozessabweichungen nachzuweisen sein.

Die britische Arzneimittel- und Medizinproduktebehörde Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) überwacht den einschlägigen pharmazeutischen Rechtsrahmen im Vereinigten Königreich. Die Gute Herstellungspraxis, im Deutschen als GMP beziehungsweise Gute Herstellungspraxis bezeichnet, legt wesentliche Anforderungen an die gleichbleibende Herstellung und Kontrolle von Arzneimitteln fest.

International anerkannte Leitlinien, darunter ICH Q13 zur kontinuierlichen Herstellung, können außerdem die technische Entwicklung geeigneter pharmazeutischer Produktionssysteme unterstützen.

Der genaue regulatorische Weg hängt vom Arzneimittel, der Technologie und der Art der geplanten Herstellungsänderung ab. Nicht jede Innovation benötigt dieselben Genehmigungen. Eine behördliche Anerkennung darf auch nicht allein deshalb vorausgesetzt werden, weil ein Verfahren Umweltvorteile zeigt.

Antragsteller sollten deshalb bereits bei der Projektplanung Fachleute für Qualitätssicherung und regulatorische Angelegenheiten einbeziehen, anstatt erst am Ende der technischen Entwicklung entsprechende Maßnahmen vorzusehen.

In manchen Fällen lassen sich innerhalb der neun- bis zwölfmonatigen Förderperiode nicht sämtliche regulatorischen Schritte abschließen. Entscheidend ist, die Hindernisse zu identifizieren, geeignete Entwicklungs- und Validierungsarbeiten durchzuführen und für die verbleibenden Aufgaben einen glaubwürdigen weiteren Weg festzulegen.

Ein Projekt, das sowohl die Prozessleistung als auch die regulatorische Umsetzung berücksichtigt, ist wirtschaftlich überzeugender als eines, das die Einhaltung der Vorschriften lediglich als spätere Verwaltungsaufgabe betrachtet.

Zusammenarbeit und Förderantrag vorbereiten

Das Antragsverfahren wird über das elektronische Förderantragssystem von Innovate UK abgewickelt.

Die federführende Organisation erstellt den Antrag und lädt die beteiligten Einrichtungen zur Mitarbeit ein. Jeder Partner ist für die Eingabe seiner eigenen Finanzangaben und für die erforderlichen Informationen über die erwarteten Projektauswirkungen verantwortlich.

Der Antrag umfasst allgemeine Projektdaten, bewertete technische und wirtschaftliche Fragen, Finanzinformationen und Angaben über die vorgesehenen Auswirkungen.

Ein überzeugender Förderantrag sollte mit der Beschreibung eines konkreten Herstellungsproblems beginnen und nicht mit einer abstrakten Darstellung der Technologie.

Ein Unternehmen, das Anlagen zur Lösungsmittelrückgewinnung entwickelt, sollte beispielsweise die Eigenschaften der betreffenden Abfallströme, die Grenzen bestehender Trennverfahren und das technische Hindernis erläutern, das bisherige Lösungen daran hindert, die erforderliche Qualität oder Wirtschaftlichkeit zu erreichen.

Anschließend sollte der Antragsteller zeigen, wie seine Innovation dieses Hindernis überwindet, welche vorläufigen Nachweise ihren derzeitigen Entwicklungsstand belegen und mit welchen Versuchen die nächste Leistungsstufe erreicht werden soll.

Diese technische Begründung muss mit einer nachvollziehbaren wirtschaftlichen Möglichkeit verbunden werden.

Mögliche Kunden können Hersteller pharmazeutischer Wirkstoffe, pharmazeutische Auftragshersteller, Produzenten biologischer Arzneimittel oder Anbieter spezialisierter Ausgangsstoffe für die Pharmaindustrie sein.

Der Antrag sollte erläutern, weshalb diese Kunden die Technologie einsetzen würden, welche finanziellen oder betrieblichen Vorteile sie dadurch erhalten könnten und wie sich die Innovation gegenüber bestehenden Lösungen behaupten würde.

Darüber hinaus muss das Projekt nachweisen, dass es die Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumsaussichten mindestens eines beteiligten britischen KMU verbessert.

Diese Voraussetzung sollte ausdrücklich behandelt werden. Die bloße Behauptung, dass die gesamte Pharmaindustrie von einem Vorhaben profitieren werde, reicht nicht aus.

Für ein kleineres Technologieunternehmen können die erwarteten wirtschaftlichen Vorteile darin bestehen, ein Produkt gemeinsam mit einem industriellen Kunden zu prüfen, geistiges Eigentum aufzubauen, einen neuen Markt zu erschließen oder eine glaubwürdige Grundlage für künftige Lizenzvergaben und Verkäufe zu schaffen.

Der Antrag muss außerdem den zusätzlichen Nutzen der öffentlichen Förderung erklären. Die Gutachter wollen verstehen, weshalb die geplanten Tätigkeiten ohne Zuschuss später, in geringerem Umfang oder auf andere Weise durchgeführt würden.

Eine überzeugende Begründung dieser zusätzlichen Förderwirkung stützt sich auf tatsächliche finanzielle und technische Hindernisse und nicht nur auf die allgemeine Aussage, dass eine Förderung hilfreich wäre.

Im Finanzteil muss deutlich werden, dass die Partner ihre notwendigen Eigenbeiträge leisten und die Technologie auch nach dem Ende des geförderten Projekts weiterentwickeln können.

Welche Kriterien prüfen die Gutachter von Innovate UK?

Die Anträge werden von unabhängigen Gutachtern bewertet, die die technische, wirtschaftliche, organisatorische und finanzielle Qualität der Vorhaben untersuchen.

Die bewerteten Fragen betreffen den Bedarf an der Innovation, den vorgeschlagenen Lösungsansatz, die Fähigkeiten des Projektteams, die Marktchancen, die Wege zur Vermarktung, die weiterreichenden Auswirkungen, die Projektleitung, die Risiken und das Verhältnis zwischen Kosten und erwartetem Nutzen.

Die Antragsteller sollten diese Themen als miteinander verbundene Bestandteile eines Gesamtprojekts verstehen und nicht als voneinander unabhängige Verwaltungsrubriken.

Der technische Ansatz muss erklären, wodurch sich die vorgeschlagene Innovation von vorhandenen Lösungen unterscheidet und wie die geplanten Versuche zuverlässige Nachweise liefern werden.

Die wirtschaftliche Argumentation soll zeigen, dass die Technologie ein tatsächliches Herstellungsproblem identifizierbarer Kunden löst.

Im Abschnitt zur Projektleitung muss nachgewiesen werden, dass die Tätigkeiten innerhalb der zugelassenen Laufzeit abgeschlossen werden können. Die Risikoanalyse sollte wiederum die wichtigsten Unsicherheiten beschreiben und erklären, wie sie beherrscht werden sollen.

Für die Frage zum technischen Ansatz und zur Innovation stehen den Antragstellern höchstens 800 Wörter zur Verfügung. Mehrere andere bewertete Fragen, darunter diejenigen zu Team und Ressourcen, Marktkenntnissen, Ergebnissen und Vermarktungsstrategie, weiteren Auswirkungen, Projektleitung, Risiken, zusätzlichem Förderwert und Kosten, erlauben jeweils bis zu 400 Wörter.

Der Antwort zur Projektleitung muss ein Projektplan oder ein Gantt-Diagramm beigefügt werden. Zur Risikoanalyse ist ein Risikoverzeichnis erforderlich. Jede dieser verpflichtenden Anlagen muss als PDF eingereicht werden, darf höchstens zwei A4-Seiten umfassen und eine Dateigröße von 10 MB nicht überschreiten.

Unter den jeweils geltenden Beschränkungen können in den dafür vorgesehenen Anlagen außerdem technische Zeichnungen und ergänzende Informationen eingereicht werden.

Besonders wichtig ist der Hinweis in den Antragsbestimmungen, dass die Gutachter Internetverweise innerhalb der schriftlichen Antworten nicht öffnen werden. Wesentliche Nachweise müssen daher unmittelbar in den Antworten oder in den zugelassenen ergänzenden Dokumenten enthalten sein.

Das Projekt sollte außerdem geeignete Regelungen für technische Verantwortlichkeiten, Entscheidungsprozesse, Datenzugang und geistiges Eigentum vorsehen.

Nach der ersten Bewertung sollen ausgewählte Antragsteller an Gesprächen teilnehmen, die für den Zeitraum vom 25. bis 29. Januar 2027 vorgesehen sind. Der veröffentlichte Zeitplan nennt den 15. Januar als Termin für die Einladungen und den 3. Februar 2027 für die Mitteilung der Ergebnisse an die Antragsteller.

In diesen Gesprächen müssen die Projektpartner ihr Vorhaben vorstellen und verteidigen. Dazu gehören insbesondere die technischen Annahmen, die Finanzierungsstruktur, das wirtschaftliche Potenzial und die wesentlichen Risiken.

Da das Fördervolumen begrenzt ist, garantiert die grundsätzliche Förderfähigkeit eines Antrags keine Bewilligung. Innovate UK berücksichtigt bei seinen Entscheidungen außerdem eine ausgewogene Verteilung der Mittel auf unterschiedliche Technologien und Projektarten.

Häufige Fehler, die die Erfolgsaussichten eines pharmazeutischen Förderantrags verringern

Ein häufiger Fehler besteht darin, eine allgemeine Umweltverbesserung mit einer förderfähigen technologischen Innovation gleichzusetzen.

Die Installation herkömmlicher energieeffizienter Anlagen kann zwar den Stromverbrauch senken. Ein Projekt, das ausschließlich auf den Ersatz vorhandener Maschinen ausgerichtet ist, weist jedoch möglicherweise nicht die industrielle Forschung oder experimentelle Entwicklung nach, die dieser Wettbewerb verlangt.

Ein zweiter Fehler ist die Überschätzung des technologischen Entwicklungsstands. Manche Antragsteller beschreiben ein Verfahren als bereit für die industrielle Demonstration, obwohl die verfügbaren Nachweise lediglich aus ersten Laborversuchen bestehen.

Im zweiten CR&D-Wettbewerb ist die Anforderung an den Ausgangsentwicklungsstand eindeutig. Die vorgeschlagene Technologie muss mindestens TRL 6 erreicht haben und innerhalb des Projekts um mindestens zwei Technologiereifegrade weiterentwickelt werden können.

Unzureichende Umweltnachweise stellen ein weiteres erhebliches Risiko dar. Aussagen über die Verringerung von Emissionen, Abfällen oder Materialverbrauch müssen durch geeignete Referenzdaten und Messmethoden gestützt werden.

Ohne solche Grundlagen lassen sich die angekündigten Umweltvorteile für die Gutachter nur schwer von allgemeinen Werbeaussagen unterscheiden.

Auch finanzielle Fehler können einen ansonsten aussichtsreichen Antrag gefährden. Dazu gehören beispielsweise die Anwendung der Förderquote für kleine Unternehmen auf eine Gesellschaft, die aufgrund ihrer Konzernzugehörigkeit als größeres Unternehmen einzustufen wäre, die Beantragung der vollständigen Erstattung gewöhnlicher Anlagenkäufe oder fehlende Nachweise für die erforderliche Eigenfinanzierung.

Die Zusammensetzung des Konsortiums verdient ebenso große Aufmerksamkeit. Das vorgeschriebene britische KMU muss beteiligt sein, und die Zusammenarbeit muss einen überzeugenden technischen Zweck erfüllen.

Ein Projekt, das fast vollständig von einer Organisation bestimmt wird, während die übrigen Partner lediglich symbolische Beiträge leisten, kann sowohl an den formalen Regeln zur Kostenverteilung als auch an den allgemeinen Kooperationszielen des Programms scheitern.

Antragsteller sollten außerdem nicht davon ausgehen, dass ein zuvor erfolgreiches Projekt einfach erneut eingereicht werden kann, um eine weitere Förderung zu erhalten. Der Wettbewerb erlaubt keine unveränderte Wiederverwendung früherer Anträge ohne die erforderlichen neuen Tätigkeiten. Bereits finanzierte Arbeiten dürfen auch nicht noch einmal für dieselben Ausgaben gefördert werden.

Projekte zur Herstellung von Arzneimitteln für nichtmenschliche Anwendungen, zur Herstellung von Medizinprodukten oder zur Planung von Infrastruktur ohne angemessene technologische Demonstration liegen außerhalb des beschriebenen Förderbereichs.

Schließlich muss der Zeitplan realistisch sein. Ein Vorhaben, das innerhalb von zwölf Monaten eine völlig neue Technologie entwickeln, umfangreiche behördliche Genehmigungen erhalten und die vollständige kommerzielle Einführung abschließen möchte, kann unglaubwürdig wirken, sofern nicht bereits erhebliche Vorarbeiten geleistet wurden.

Wie sieht ein überzeugendes zwölfmonatiges Innovationsprojekt aus?

Ein wettbewerbsfähiges Vorhaben sollte auf einem eindeutig festgelegten industriellen Ziel, bereits verfügbaren technischen Nachweisen und einer überschaubaren Abfolge von Entwicklungsarbeiten beruhen.

Betrachten wir ein fiktives britisches Unternehmen, das eine neue Technologie zur Lösungsmittelreinigung bereits auf TRL 6 demonstriert hat. Sein nächstes Ziel besteht darin, die Leistungsfähigkeit unter repräsentativen Bedingungen der pharmazeutischen Herstellung nachzuweisen, ein geeignetes Qualitätskontrollverfahren einzurichten und die wirtschaftlichen Nachweise für eine breitere Einführung zu erarbeiten.

In der Anfangsphase könnte das Konsortium die Ausgangsbedingungen des Betriebs, die Materialspezifikationen, die Umweltkennzahlen und die technischen Anforderungen an die industrielle Demonstration bestätigen.

Die anschließende Phase könnte sich auf die Anpassung der Pilotanlage und der Prozessgestaltung an die Eigenschaften pharmazeutischer Lösungsmittelströme konzentrieren.

Die zentrale Projektphase würde kontrollierte Demonstrationsversuche, Messungen der Produktqualität und Untersuchungen der Energie- und Materialeffizienz umfassen. Während der Versuche erkannte technische Probleme würden zu Prozessanpassungen und weiteren Validierungsarbeiten führen.

In der Schlussphase könnten die Ergebnisse bewertet, der technologische Fortschritt nachgewiesen, die wirtschaftlichen Kosten untersucht und die nächsten Schritte zur industriellen Anwendung vorbereitet werden.

Ein solches Vorhaben würde den Partnern ermöglichen, Nachweise über technische Machbarkeit, Ressourceneffizienz, Qualität und wirtschaftliche Einsatzreife zu gewinnen.

Zugleich ließe sich eine sinnvolle Aufgabenverteilung festlegen. Das Technologieunternehmen könnte die Verfahrensentwicklung verantworten, der industrielle Partner die Demonstrationsversuche durchführen und eine Forschungseinrichtung spezialisierte Analysen sowie eine Ökobilanzierung übernehmen.

Dies ist ein beispielhafter Projektentwurf und weder ein tatsächlich gefördertes Vorhaben noch ein von Innovate UK verbindlich vorgeschriebener Zeitplan. Er zeigt jedoch, wie sich die technologischen, ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen des Programms in einem zusammenhängenden Entwicklungsplan verbinden lassen.

Warum die Förderung für britische pharmazeutische KMU wichtig ist

Die verpflichtende Beteiligung eines britischen KMU ist mehr als eine formale Verwaltungsvorschrift. Sie unterstreicht die Rolle, die kleinere Technologieunternehmen bei der Entwicklung industrieller Innovationen spielen können, von denen auch große Pharmaunternehmen profitieren.

Spezialisierte KMU verfügen häufig über besondere Kenntnisse einer bestimmten chemischen Reaktion, eines Trennverfahrens, einer Analysetechnologie oder eines automatisierten Systems. Die Übertragung solcher Technologien in die pharmazeutische Produktion kann jedoch Anlagen, Fachwissen und Validierungsressourcen erfordern, die ein kleineres Unternehmen nur schwer allein finanzieren kann.

Gemeinschaftliche Forschungs- und Entwicklungszuschüsse können diese finanzielle Hürde teilweise verringern.

Ein kleines Unternehmen kann Zugang zu industriellen Produktionsumgebungen, hochentwickelten Analysemöglichkeiten und potenziellen Kunden erhalten und gleichzeitig die Nachweise erarbeiten, die für die spätere Vermarktung erforderlich sind.

Der etablierte Hersteller kann seinerseits eine vielversprechende Technologie untersuchen, ohne das gesamte Entwicklungsrisiko allein tragen zu müssen.

Forschungseinrichtungen können spezialisiertes Wissen und unabhängige Bewertungen beitragen, die die Zuverlässigkeit der Ergebnisse verbessern.

Diese Vorteile sind besonders wichtig, wenn die wirtschaftliche Einführung einer Technologie mehr verlangt als den grundlegenden Nachweis ihrer Funktionsfähigkeit.

Ein Pharmahersteller muss häufig die Gleichmäßigkeit der Produktion, regulatorische Anforderungen, Integrationskosten, die Schulung der Beschäftigten, die Stabilität der Lieferkette und die langfristige Zuverlässigkeit der Anlagen berücksichtigen.

Eine Förderung, die eine systematische Untersuchung dieser Hindernisse ermöglicht, kann deshalb einen Nutzen schaffen, der weit über das unmittelbare Forschungsbudget hinausgeht.

Gleichzeitig sollten die Antragsteller realistisch einschätzen, was durch die Förderung erreicht werden kann. Eine erfolgreiche technische Entwicklung garantiert weder spätere Umsätze noch sämtliche erforderlichen Genehmigungen oder zusätzliche Investitionen.

Die überzeugendsten Projekte verbinden deshalb ein ehrgeiziges technologisches Ziel mit nachvollziehbaren Annahmen darüber, welche Schritte nach dem Ende des Förderprojekts noch erforderlich sein werden.

Wie kann der Antrag fristgerecht eingereicht werden?

Organisationen, die einen Antrag für den zweiten CR&D-Wettbewerb vorbereiten, sollten ihren Zeitplan vom offiziellen Antragsschluss am 2. Dezember 2026 um 11:00 Uhr britischer Ortszeit aus rückwärts planen.

Zunächst müssen die Förderfähigkeit und die Übereinstimmung des Projekts mit dem Wettbewerbsgegenstand überprüft werden. Die Unternehmen sollten ihre Größenklasse korrekt bestimmen, die Beteiligung eines im Vereinigten Königreich eingetragenen KMU mit eigenem Förderantrag sicherstellen, den anfänglichen Technologiereifegrad bestätigen und klären, ob die geplanten Arbeiten zur industriellen Forschung oder zur experimentellen Entwicklung gehören.

Anschließend sollten sich die Partner über das zu lösende Herstellungsproblem, die technischen Ziele, die Arbeitspakete, die wirtschaftlichen Verantwortlichkeiten und das Budget verständigen.

Die finanzielle Vorbereitung ist besonders wichtig, weil jede beteiligte Organisation ihre eigenen Angaben im elektronischen Förderantragssystem vervollständigen muss. Die federführende Organisation muss sicherstellen, dass alle Pflichtabschnitte ausgefüllt sind und die Partner den geltenden Bedingungen vor der Einreichung zugestimmt haben.

Der Projektplan, das Risikoverzeichnis, die technischen Nachweise und die umweltbezogenen Ausgangsdaten sollten parallel zu den schriftlichen Antworten erarbeitet werden.

Antragsteller, deren gewünschte Fördersumme oder vorgesehene Projektdauer außerhalb der normalen Grenzen liegt, müssen sich mit einer geeigneten Begründung mindestens zehn Arbeitstage vor Wettbewerbsschluss an Innovate UK wenden. Jede außergewöhnliche Abweichung bedarf einer Genehmigung durch Innovate UK und darf keinesfalls als selbstverständlich betrachtet werden.

Die offiziellen Wettbewerbsunterlagen empfehlen außerdem eine frühzeitige Kontaktaufnahme, falls besondere Unterstützung bei der barrierefreien Antragstellung oder zusätzliche Hilfestellung benötigt wird.

Nach der Einreichung durchlaufen förderfähige Vorschläge das Bewertungsverfahren. Ausgewählte Antragsteller können zu einem Gespräch eingeladen werden. Anschließend folgen die Förderentscheidungen und die erforderlichen Schritte zur Einrichtung der Projekte.

Erfolgreiche Antragsteller müssen diese Schritte abschließen und die Genehmigung ihres Förderbewilligungsschreibens erhalten, bevor sie mit den geförderten Arbeiten beginnen.

Die Zukunft der nachhaltigen Arzneimittelherstellung im Vereinigten Königreich

Das Sustainable Medicines Manufacturing Innovation Programme verdeutlicht einen umfassenderen Wandel in der Definition industrieller Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Pharmaindustrie.

Traditionell konzentrierten sich Investitionsentscheidungen vor allem auf Produktionskapazitäten, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, Herstellungskosten und Zuverlässigkeit. Diese Faktoren bleiben unverzichtbar. Gleichzeitig gewinnen Ressourceneffizienz, Umweltleistung und widerstandsfähige Lieferketten zunehmend an Bedeutung.

Die Technologien aus früheren Förderrunden zeigen, dass nachhaltige pharmazeutische Produktion nicht auf erneuerbaren Strom oder Verbesserungen der Energieeffizienz von Gebäuden beschränkt ist.

Innovationen entstehen unter anderem in der Synthesechemie, Biotechnologie, bei fortschrittlichen Materialien, in der Lösungsmittelreinigung, Prozessanalytik, Robotik, digitalen Fertigung und Stabilisierung pharmazeutischer Produkte.

Das bestehende Projektverzeichnis zeigt außerdem, dass Umweltziele und industrielle Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam verfolgt werden können.

Eine verbesserte chemische Reaktion kann Abfälle reduzieren und zugleich die Produktionsausbeute erhöhen. Die Rückgewinnung eines wertvollen Lösungsmittels kann den Materialeinkauf und die Entsorgungskosten senken. Eine genauere Prozessüberwachung kann fehlerhafte Chargen vermeiden und gleichzeitig die Zuverlässigkeit der Herstellung steigern.

Nicht jede Technologie wird sämtliche dieser Vorteile erreichen. Die tatsächlichen Ergebnisse müssen nachgewiesen und dürfen nicht einfach vorausgesetzt werden. Dennoch bietet das Programm einen praktischen Rahmen, um zu untersuchen, unter welchen Bedingungen solche Verbesserungen technisch und wirtschaftlich möglich sind.

Für britische KMU eröffnet der aktuelle Wettbewerb mit einem Fördervolumen von 7 Millionen Pfund Sterling die Möglichkeit, ausreichend entwickelte Innovationen durch die Zusammenarbeit mit Herstellern und Forschungspartnern näher an die industrielle Anwendung heranzuführen.

Für größere Pharmaunternehmen bietet das Programm einen Weg, an der Entwicklung von Technologien mitzuwirken, die künftig ihre Herstellungsverfahren und Lieferketten verbessern könnten.

Für Hochschulen und Forschungseinrichtungen entstehen Möglichkeiten, ihre spezialisierten Fähigkeiten zur Lösung klar definierter industrieller Probleme einzusetzen.

Die zentrale Herausforderung besteht darin, diese Kompetenzen in Projekten zusammenzuführen, die innerhalb der zugelassenen Laufzeit glaubwürdige, messbare und wirtschaftlich relevante Ergebnisse erzielen können.

Fazit: Nachhaltige pharmazeutische Innovation in ein förderfähiges Projekt verwandeln

Der Wettbewerb Sustainable Medicines Manufacturing Innovation: Collaborative R&D, Round 2 bietet Zuschüsse von bis zu 1 Million Pfund Sterling für gemeinschaftliche Vorhaben, die eine nachhaltigere und produktivere Arzneimittelherstellung ermöglichen sollen.

Die Förderung ist insbesondere für Unternehmen relevant, die fortschrittliche Verfahren der grünen Chemie, Systeme zur Rückgewinnung von Lösungsmitteln und Materialien, verbesserte biotechnologische Herstellungsverfahren, Technologien für kontinuierliche Produktionsprozesse oder innovative digitale Fertigungslösungen entwickeln.

Der Zugang zum Programm ist jedoch an anspruchsvolle Voraussetzungen gebunden. Die Projekte müssen ein förderfähiges britisches KMU beteiligen, eine geeignete Kooperationsstruktur aufweisen, auf einer Technologie mit mindestens TRL 6 aufbauen, diese um mindestens zwei Technologiereifegrade weiterentwickeln und nachweisbare Verbesserungen der Nachhaltigkeit belegen.

Außerdem müssen die Antragsteller die erforderlichen Eigenmittel, einen realistischen Durchführungsplan, die Berücksichtigung regulatorischer Hindernisse und einen glaubwürdigen Weg zur wirtschaftlichen Nutzung nachweisen.

Die Erfahrungen bereits geförderter Organisationen wie HydRegen, EnsiliTech, Exactmer, AstraZeneca und Origin Peptides geben wertvolle Einblicke in die Arten von Innovationen, die öffentliche Unterstützung erhalten. Ihre Projekte zeigen das Potenzial einer Verbindung aus spezialisierter Technologieentwicklung, industrieller Demonstration und wissenschaftlicher Kompetenz. Zugleich verdeutlichen sie, wie wichtig es ist, geplante Verbesserungen von tatsächlich überprüften Ergebnissen zu unterscheiden.

Für Unternehmen, die einen Förderantrag erwägen, besteht die wichtigste Aufgabe nicht einfach darin, eine Technologie zu finden, die die pharmazeutische Produktion umweltverträglicher machen könnte. Vielmehr müssen sie nachweisen, dass die Technologie für diesen Wettbewerb ausreichend entwickelt ist, dass die geplanten Arbeiten belastbare Erkenntnisse liefern und dass die daraus entstehende Innovation realistische Aussichten auf eine industrielle Anwendung bietet.

Ein sorgfältig zusammengestelltes Konsortium, ein nachvollziehbarer Finanzierungsplan und ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur Ergebnismessung können den Unterschied zwischen einem interessanten technischen Konzept und einem wettbewerbsfähigen Förderantrag ausmachen.

i-grants.com (Grantologic) befindet sich als internationale Plattform im Aufbau und soll Organisationen, die Fördermittel suchen, mit professionellen Förderantragstellern und Finanzierungsexperten zusammenbringen. Für Arzneimittelhersteller, junge Biotechnologieunternehmen und Technologieentwickler, die gemeinschaftliche Innovationsprojekte vorbereiten, kann der Zugang zu geeigneter Förderberatung dabei helfen, komplexe technische und wirtschaftliche Vorhaben in klar strukturierte und überzeugende Förderanträge zu überführen.

Da eine nachhaltige Arzneimittelherstellung für die Zukunft des Gesundheitswesens zunehmend an Bedeutung gewinnt, können Förderprogramme wie dieses dazu beitragen, vielversprechende britische Technologien von erfolgreich überprüften industriellen Demonstrationen zur praktischen kommerziellen Anwendung weiterzuentwickeln.